Die Vergangenheit und Gegenwart der Psychiatrie

Hallo liebe Leser,
heute ist einer der wichtigsten Tage die es gibt, nämlich der Welttag der seelischen Gesundheit! Ich bin Chr!s und hatte leider schon einige persönliche Erfahrungen mit der Psychiatrie. Oft wurde mir geholfen, aber manchmal war es in den Nervenkliniken auch schwierig für mich! Auch wenn wir heute auf das positive schauen sollten, es muss auch an die Vergangenheit erinnert werden! Und wir dürfen die Suizidopfer nicht vergessen. Ihr seid alle wichtig! #DuBistMirWichtig

Die „Woche der Seelischen Gesundheit“ findet jedes Jahr rund um den internationalen Tag der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober statt. Eine Woche lang sind Bürger und Bürgerinnen in Berlin und bundesweit eingeladen, die vielfältigen ambulanten und stationären Angebote der psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen in ihrer Umgebung kennen zu lernen. Ziel aller Veranstaltungen ist es, über psychische Krankheiten aufzuklären, Hilfs- und Therapieangebote aufzuzeigen und die Diskussion anzuregen. Ob Vorträge, Workshops, Schnupperkurse, Fachtagungen oder Kunstaustellungen – alle Veranstaltungen tragen dazu bei, Berührungsängste abzubauen und vor allem Betroffene sowie deren Angehörige einzubinden.

Quelle: aktionswoche.seelischegesundheit.net

Kein medizinisches Fachgebiet ist so vielen Irrtümern erlegen wie die Psychiatrie. Die „Aktion T4“ aus der Nazizeit zählt für mich zu den größten und schrecklichsten Fehlern, ja Verbrechen!

Aber die sogenannte Eugenik existierte schon viel länger und wurde bereits seit 1883 angewandt. In der Nazizeit ab 1933 wurden Menschen mit seelischen Krankheiten, geistig und körperlich behinderte Menschen dann sterilisiert, verhungern gelassen und vergast oder anders hingerichtet. Die Nationalsozialistische Rassenhygiene diente zur Rechtfertigung von Massenmorden an als „lebensunwert“ definierten Menschen und zu grausamen Menschenversuchen in verschiedenen Konzentrationslagern.

Heute ist all das Vergangenheit. Aber an vielen Vorurteilen gegenüber Menschen mit seelischen Problemen hat sich nicht viel geändert und das liegt zum Teil daran, dass sie früher einfach weggesperrt wurden. Verweildauer in „Irrenanstalten“ waren damals oft mehrere Jahre bis lebenslang. Heute ist die Durchschnittsverweildauer in Nervenklinken acht Wochen.

Menschen mit psychischen Problemen leiden sehr unter den Vorurteilen der „Normalos“. Man nennt das auch Stigma oder zweite Krankheit. Eigentlich ist dies ja zum größten Teil das Problem, der Menschen, die sich für normal halten, denn das Stigma beruht auf der Angst vor dem der anders ist. Nicht nur die Angst spielt eine große Rolle, denn sie wird von Halbwissen und schlechtweg falschen Annahmen geschürt. Auch Sucht zählt für mich zu den psychischen Erkrankungen, denn die Menge macht das Gift! Und Sucht geht fast immer mit seelischen Problemen und riesigem Leidensdruck einher!

Ich möchte mal mit einigen der Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Problemen und suchtkranken Menschen aufräumen, stellvertretend für die große Anteil der seelisch Gehandicapten von 10-20 % an der Bevölkerung:

  • Sucht ist keine Charakterschwäche, sondern ebenfalls eine seelische Erkrankung
  • Depressive sind nicht faul, sondern antriebslos, nicht mal unbedingt immer traurig
  • Schizophrenie ist keine gespaltene Persönlichkeit, sondern ist durch Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Gefühlswelt gekennzeichnet
  • psychische Erkrankungen sind nicht selten, sondern man kann sie als Volkskrankheit bezeichnen
  • psychotische Menschen sind im Durchschnitt nicht gewalttätiger als die Gesunden
  • ein psychisches Handicap ist keine geistige Behinderung, es kann jeden treffen

Deshalb solltet ihr „Normalos“ mit uns ganz normal umgehen. Die Horrorbilder einer Psychiatrie, die ihr vielleicht aus Film und Fernsehen kennt, stimmen nur bedingt. Allerdings ist es in einer geschlossenen Station trotzdem ganz und gar nicht lustig.

Es gibt hier in Deutschland zwar keine Zwangsjacken, stattdessen gibt es Fixierung an den Betten, das finde ich persönlich sogar noch schlimmer, weil man dann nicht um herlaufen und es zu traumatischen Erlebnissen führen kann.

Es ist auch bestimmt für das Personal, das sich nicht anders zu helfen weiß, eine schmerzliche Erfahrung. Doch es werden in einigen Kliniken auch Menschen angeschnallt, die für sich und andere keine Gefahr sind und diese Anzahl an Personen ist leider zu hoch. Ich habe schon erlebt, dass alte, gebrechliche oder mit Medikamenten vollgepumpte Menschen, angeschnallt wurden, da sie vom Bett fallen könnten. Aber viel hat sich Dank der neuen Gesetze auch geändert. Und eine offene Station ist manchmal echt wie Urlaub! In einer offenen Station kann man sich frei bewegen und heutzutage sind die meisten Stationen offen.

Doch nicht nur in den Kliniken, sondern auch später, wenn die Betroffenen entlassen sind, haben sie zu kämpfen, da meiner Meinung nach eine richtige Integration oder gar Inklusion noch nicht ganz geschafft wurde. Oft arbeiten von seelischen Problemen Betroffene in Werkstätten und verpacken Ballons zusammen mit geistig behinderten Menschen. Es fehlt der Kontakt zu den gesunden Menschen, das stört mich. Es wäre besser, wenn in solchen Werkstätten auch „Normalos“ arbeiten würden, zum Beispiel als Sozialstundenleistende, auch wenn das komisch klingt. Auch in den Wohngruppen sind die Betroffenen unter sich.

Es gibt viele Menschen, für die das Konzept der psychiatrischen Hilfen nicht ausreicht. Das sind vor allem junge Menschen. Oder Menschen wie ich im Erwachsenenalter. Diese haben in vielen Fällen zwar einen Job, doch was ist, wenn man von ihrer Erkrankung erfährt? Ich kannte das. Ich rannte von Maßnahme zu Maßnahme, machte Praktika und fand trotzdem keinen Job. Oder gerade deshalb, denn wenn die Firmen Praktikanten haben, brauchen sie ja nicht zahlen, andererseits geht man gerade dann, wenn man sich eingearbeitet hat.

Ich habe sehr viele Praktika gemacht und bin stolz darauf! Ich arbeitete im Krankenhaus, im Copyshop und als Bürokaufmann und am Institut für neue Medien Rostock und Werbefirmen. Dadurch merkte ich, dass wir seelisch gehandicapten Menschen viel drauf haben, wenn man an uns glaubt!  Und ich bin Mitglied und Vorstandsmitglied a.D. des Landesverbandes seelische Gesundheit M-V e.V. sowie Mitarbeiter des EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Mein Comicfanzine, das demnächst auch eine EX-IN-Ausgabe bekommt ist besonders für Jugendliche und Erwachsene gedacht. Doch es gibt auch Kinder mit psychischen Problemen! Für die Kinder psychisch kranker Eltern, gibt es oft noch wenig Hilfen. Die Hilfe kommt dann oft erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und selbst erkrankt. Und dann haben die Psychiater wieder was für ihre Statistiken, denn heute wie damals gilt die Annahme, dass viele psychische Krankheiten erblich sind. Ich hingegen glaube, dass die Ärzte viel mehr, die Ursachen, und die sind seelisches Leid, bekämpfen sollten, anstatt nur Medikamente zu verabreichen, also die Symptome zu bekämpfen. Oft ist eine Tablette schneller gegeben als ein heilsames Wort geschenkt ist.

Ich glaube ganz fest, dass wir, wenn wir den anderen so akzeptieren wie er ist, also mit all seinen Macken, eine bessere und gerechtere Welt aufbauen können. Und außerdem müssen wir alle etwas gemeinsam dafür tun, nämlich zusammenhalten um gemeinsam alles zum Positiven zu verändern, unzwar für ALLE!

Euer Chr!s!

Telefonischer Begleitdienst für Menschen mit psychischen Erkrankungen

 

Der Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e. V. setzt sich für die Beteiligung von Psychiatrie-Erfahrenen in der sozialpsychiatrischen Versorgung ein, die nach einer Weiterbildung zu Erfahrungsexpert*innen Menschen mit psychischen Erkrankungen begleiten und unterstützen können.

Telefonische Genesungsbegleitung

Den Dienst der telefonischen Genesungsbegleitung bieten wir weiterhin an, ab Juli 2020 jedoch zu anderen Zeiten und unter einer neuen Rufnummer an. Unser telefonisches Angebot besteht unter anderem in entlastenden Gesprächen, Hilfe zur Selbsthilfe und der Entwicklung gesundheitsfördernder Haltungen.

Zu erreichen ist der Dienst:

montags und donnerstags von 14:00 – 18:00 Uhr
unter 0176 – 163 741 59.

 

Wir freuen uns auf Ihren Anruf*, der selbstverständlich vertraulich behandelt wird. Auf Wunsch rufen wir Sie zurück, um Ihnen Kosten zu ersparen.

Ihr Team von EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e. V.

EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e. V., Henrik-Ibsen-Straße 20, 18106 Rostock, Email: buero@ex-in-mv.de Tel.:0381 – 29497617

* Ihre Daten werden weder gespeichert noch an außenstehende Dritte weitergegeben. Die konsequente Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung ist Grundlage unserer Arbeit. Es entstehen Ihnen außer den Verbindungskosten keine weiteren Kosten.

Welttag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2019

Der Politischer Donnerstag
zum Welttag der seelischen Gesundheit
im Peter-Weiss-Haus fand am 10.10.2019, 18:00 Uhr statt…

Was ist der Welttag der seelischen Gesundheit:

Der Welttag für psychische Gesundheit, auch Welttag der seelischen Gesundheit und Welttag der geistigen Gesundheit (englisch World Mental Health Day), ist ein Aktionstag, der von der World Federation for Mental Health (WFMH) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen wird. Er soll auf die psychische Gesundheit von Menschen aufmerksam machen, Informationen über psychische Krankheiten zugänglich machen und die Solidarität mit psychisch Kranken und ihren Angehörigen ausdrücken. Der Welttag wird jährlich am 10. Oktober begangen.

Auf Initiative der World Federation for Mental Health (Weltverband für Psychische Gesundheit, WFMH) wurde 1992 erstmals ein Aktiontag ausgerufen, um auf psychische Krankheiten hinzuweisen.[1] Im Mittelpunkt des Aktionstages stand eine weltweit übertragene Fernsehsendung aus Tallahassee, in der Betroffene und Experten über diese Krankheiten sprachen.[2] 1994 wurde der World Mental Health Day unter ein Motto gestellt. Zahlreiche staatliche Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen sowie die Vereinten Nationen mit der Weltgesundheitsorganisation unterstützten die Initiative, die sich zu einem Aktionstag mit weltweiten Veranstaltungen entwickelte. In vielen Ländern ist der Welttag in Aktionswochen eingebettet.[2]

Unter Federführung des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit wird seit 2010 bundesweit die Aktionswoche Seelische Gesundheit um den 10. Oktober herum organisiert.[3] In der Schweiz koordiniert das 2011 gegründete Netzwerk Psychische Gesundheit Schweiz lokale und kantonale Veranstaltungen zum Tag der psychischen Gesundheit.[4] In Österreich tritt vor allem der Verband Pro mente austria mit Veranstaltungen und Informationen zum Aktionstag in Erscheinung.[5]

Quelle: Wikipdia

THEMA:

Was ist EX-IN? Was macht ein Genesungsbegleiter?
Neue Wege in der Sozialpsychiatrie!

Wir haben die EX-IN-Bewegung vorgestellt. Sie trägt zur Verbesserung der gesellschaftlichen Situation der seelisch gehandicapten Menschen bei. Wir klärten über Selbsthilfe auf, stellten zwei Selbsthilfegruppen vor und ließen alle bei der Podiumsdiskussion zu Wort kommen.

EX-IN steht für Experienced Involvement, also für die „Beteiligung von Erfahrenen“ Menschen, die selbst in psychiatrischer Behandlung waren und versuchen nach einer Qualifikation als Expert*in aus Erfahrung anderen Psychiatrie-Patient*innen und Klient*innen zu helfen.

Der Einsatz von Genesungsbegleiter*innen kann die Beziehungen zwischen Klient*innen und Mitarbeiter*innen der Psychiatrie verbessern. Die Expert*innen aus Erfahrung können also zu Dolmetscher*innen zwischen zwei „Kulturen“ werden. Mit dieser Veranstaltung wollen wir zur Anti-Stigma-Arbeit beitragen!

Nicht mehr alle Tassen im Schrank?! – Schafft Platz für neue Ideen!

Als kulturelle Untermalung haben wir Filme und Musik eingebunden. Auch unsere Kreativgruppe die Mad Artists stellten sich vor, gemeinsam mit der SHG für seelische Gesundheit Integrativ Rostock Nordost.

Menschen mit psychischen Problemen haben diese oft, weil sie in ihrem Leben viel leiden mussten. Also könnte man sagen, nicht diese Menschen sind krank, sondern die Gesellschaft ist es. Außerdem kann man an seinem Leid auch wachsen, wenn man Auswege findet und lernt damit umzugehen. Viele psychisch beeinträchtigte Menschen haben eine künstlerische Ader, auch das sind Stärken. Jeder Mensch hat Fähigkeiten.
Es sollte darum gehen diese zu finden und auszubauen und nicht nur auf die Schwächen zu schauen.

Fast 50 Gäste waren bei dieser Veranstaltung dabei und wir hatten eine rege Diskussion im Anschluss. Vielen Dank an die Gäste der Veranstaltung. Der Raum war voll. Wir hoffen, dass wir diese Art der Anti-Stigma-Arbeit auch in folgenden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen weiterführen können.

Unsere Gesellschaft muss sich ändern!

 

CURSE – WAFFEN – Der Film

Schon als Kind fällt der heutige Rapper Curse aus dem Raster. Seine Eltern suchen für ihn eine Psychologin und er fühlt sich verstanden. Er will als Siebenjähriger sogar selbst Psychologe werden. Er fragt sich, was er ist, was macht ihn aus, was ist sein Ding und er fordert uns auf, uns das gleiche zu fragen. Wie kann das Ich erklärt werden. Im Film gibt es Antworten.

Curse ist ein Rapper, der sehr erfolgreich ist. Er hat alles was einen glücklich machen könnte. Aber er hat nur kurze Momente des Glücks. Dadurch, dass er nach jedem Glück wieder unglücklich wird, merkt er, dass er nur in seinem Erfolg Glück sucht hat. Also zieht er die Notbremse. Er trennt sich von seiner sogar von Freundin. Aber es scheint richtig zu sein, dass er einen Neuanfang versucht.

Was ist mit uns? Wie lernen wir, unser Leben wirklich zu leben und uns zum positiven zu wandeln? Curse gibt Denkanstöße. Für Curse steht fest, jeder kann meditieren. Er ist offen für Buddhismus und Spiritualität. Er praktiziert beispielsweise Meditation sehr regelmäßig, nicht jeden Tag, nicht stundenlang, aber regelmäßig und stetig. Er erzählt von inneren Widerständen am Anfang bei Meditationgruppen, aber: „Die haben mich weichgekocht…“, wie er sagt.

Ein toller Film mit viel guter Musik!

Ein Film in 14 Episoden inspiriert vom Album „Die Farbe von Wasser“, Hier der Trailer:
https://curse.lnk.to/DieFarbevonWasser dem Bestseller Buch „Stell Dir vor, Du wachst auf“: https://www.rowohlt.de/autor/michael- und dem Podcast „Meditation, Coaching & Life“: www.curse.de/podcasts

Regie von Anne Spille Schnitt von Max Kähni Executive Producer von Curse & Sarah Desai

Musikvideos von: Mikis Fontagnier, Dominik Braz Bittrich / verb.wide.web, Leonel Ruben, Anthony Molina & Adam Janisch / Bears Calling

Quelle: www.youtube.com

Zukunft der psychiatrischen Versorgung

EX-IN und die Zukunft des Gesundheitswesens

In der deutschen Psychiatrie-Landschaft gab es lange Zeit keine Einbeziehung Psychiatrie-Erfahrener. Mit EX-IN ändert sich das nun. In diesem Artikel sollen die Chancen aber auch die Herausforderungen für Mitarbeiter in der Sozialpsychiatrie dargestellt werden.

Die EX-IN-Ausbildung

Die EX-IN-Ausbildung schließen die Teilnehmer auch hier in M-V mit dem Zertifikat: Experten durch Erfahrung in der Gesundheitsversorgung, ab. Sie beschäftigen sich damit, wie ihre Krise ausgelöst wurde, wie sie sie erlebten und was sie von innen und außen unterstützt hat herauszukommen. Also sie erlernen das Leben mit allen Einschränkungen zu leben. Die Teilnehmer erfahren auf diesem Weg, dass sich nichts ändern kann ohne, dass sie nicht selbst etwas dafür tun. In der Ausbildung erlernen sie diese Erfahrung einzusetzen um andere Betroffene zu unterstützen.

Herausforderung in der Zusammenarbeit:

Gerade zu Beginn ist die Rolle des Genesungsbegleiters ungewohnt und es können Irritationen und Unsicherheiten im Unternehmen auftreten. Es gibt die Frage nach dem Wert der Professionalität und der Erfahrung. Oft können EX-INler, die das Team eigentlich tatkräftig unterstützen sollten, als Klienten gesehen werden. Entsprechend wird auf sie reagiert, auch von „echten Klienten“. Eine Gefahr ist auch, das der Begleiter nicht ausreichend in die Rolle eingeführt wird, die Bedenken nicht ausreichen gesehen und vor allem die Aufgabenbereiche nicht klar definiert werden. Auch der Anpassungsdruck kann zu Gefahr werden. Doch die Vorteile von EX-IN überwiegen stark!

Chancen durch EX-INler:

Natürlich können EX-INler auch wieder erkranken, doch gerade dadurch zeigen sie das Mensch-Sein durchaus brüchig ist und auch sein darf. Die künstliche Trennen zwischen stark und schwach sowie krank und gesund hilft niemanden, schon gar nicht den psychisch kranken Menschen.

Die EX-INler machen deutlich, das es den Klienten nicht hilft, wenn andere ihnen vorschreiben, was gut für sie ist. Es gilt, dass das die Klienten selbst für sich herausfinden müssen und nicht bevormundet werden sollten. Natürlich müssen Mitarbeiter manchmal die Verantwortung für Klienten übernehmen, doch sie sollte auch wieder zurückgegeben werden.

Chancen für professionell tätige Mitarbeiter und die Organisation

Die Einbeziehung von EX-INlern bietet Anstoß zur Weiterentwicklung und bereichert die Teams und Organisationen:

  • Die gemeinsame Bearbeitung unterschiedlicher Themen führt zu neuen Erkenntnissen bei den Profis, auf die sie sonst nie gekommen wären.

  • Die Achtsamkeit der Mitarbeitenden und der Teams im Umgang mit den Klienten und sich selbst wird durch den anderen Blickwinkel der Genesungsbegleiter erhöht.

  • Durch den Austausch mit Peerbegleitern können sich die Mitarbeiter ihr eigenes Handeln hinterfragen und zu neuen Lösungsideen kommen.

  • Gemeinsam kann herausgearbeitet werden, wie die Wirksamkeit von Angeboten erhöht werden kann. Das Erfahrungswissen ist sehr hilfreich um vor der Übernahme von zu viel Verantwortung, unrealistischen Zielen und zu hohen Qualitätsansprüchen zu schützen.

  • Gelingt die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, bieten die EX-INler die Möglichkeit, die Organisation und die Unterstützungsmöglichkeiten zu reflektieren.

  • Die Verschiedenheit in Rollen und Sichtweisen sowie der Aufgaben kann gelebt und die Achtsamkeit in der Organisation erhöht werden.

  • Unterschiedliche Zugänge zum Klienten bringen neu Wege und Lösungen.

FAZIT:

Die Einbeziehung von Menschen, die durch die Erfahrung mit ihren eigenen seelischen Problemen währen der EX-IN-Ausbildung gelernt haben in der Sozialpsychiatrie erfolgreich mitzuarbeiten, können zur großen Bereicherung werden, wenn man sie nur lässt! Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass selbst einige Betroffene Berührungsängste mit Genesungsbegleitern haben, die schließlich selbst seelische Probleme und eine Diagnose haben. Sie glauben, die sog. Peer-Berater wären selbst zu schwach um zu helfen. Eine solche Ansicht herrscht teilweise auch bei den Profis! Doch es wird bewiesen werden, das sich EX-INler ein großer Zugewinn sind und sich auf Augenhöhe begreifen können!