Fridays for Future und Greta Thunberg

Im Jahr 2018 und 2019 und auch trotz Corona im Jahr 2020 und 2021 gingen in enorm vielen Ländern der Welt Jung und Alt mit der Bewegung Fridays for Future auf die Straße. Auch in Rostock gab es friedliche Proteste. Es waren dabei auch vermehrt Erwachsene dazu aufgerufen mitzumachen. Die Demos selbst waren ein Erfolg.

Aber wie wir heute wissen geht es ums ganze, nicht nur ums Klima sondern um unsere Natur und Umwelt. Wir benehmen uns auf unserer Mutter Erde inzwischen wie Parasiten! Das müssen wir ändern und zu Symbionten werden! Die Indigenen Völker, also die Ureinwohner, machen es uns vor. Lasst uns einsehen, dass wir die Natur wie unsere Familie begreifen müssen. Wir Mad Artists sind auch schon fast eine Familie, eine Künstlerfamilie. Auch wenn wir noch nicht alles richtig machen in punkto Umweltschutz, wir geben uns Mühe.

Artists 4 Future ist ein Zusammenschluss von Künstler*innen, die sich für eine nachhaltige und gerechte Gesellschaft aussprechen und die Einhaltung der Klimaschutzziele fordern. Wir beteiligen uns mit unseren Projekten daran. Jeder Mensch ist ein Teil der Schöpfung, aber wie gehen wir mit ihr um? Die Natur geht ihren Weg auch ohne uns!

Zu Zeiten von Corona ist es schwierig große Streiks durchzuführen, aber es werden andere Wege gefunden, wie Klimacamps, kleine regionale Aktionen und Online-Aktionen.

Vorbild für die Klimastreiks ist die Schülerin Greta Thunberg. Die 16-jährige Schwedin
bestreikt seit Monaten freitags die Schule, um für echten Klimaschutz zu kämpfen. Welt-
weit haben sich ihr Tausende Schüler*innen angeschlossen und demonstrieren unter dem Motto Fridays for Future vor den Parlamenten, statt in die Schule zu gehen.

Diese Bewegung streikt für mehr Klimaschutz, denn die Klimakrise ist längst eine reale Bedrohung für unsere Zukunft. Die Jugendlichen werden die Leidtragenden des Klimawandels sein und für die Fehler der vorhergehenden Generationen büßen. Deshalb gehen sie auf die Straßen.

Sie sind weder an eine Partei noch an eine Organisation gebunden. Die Klimastreik-Bewegung hat ihre eigene Dynamik und wird durch Tausende individuelle junge Menschen getragen.

Quelle: www.fridaysforfuture.de

Greta Thunberg und das Asperger-Syndrom

Greta Thunberg hat eine Variante des Autismus, das ist wohl eine Entwicklungsstörung. Die Meinungen gehen da auseinander. Ist es eine Erkrankung oder einfach eine kleine Abweichung von der Norm? Da sind sich Wissenschaftler und Ärzte sowie Angehörige und Aspies, wie sich Betroffene selbst nennen, alles andere als einig.
Das Asperger-Syndrom ist nicht nur eine Beeinträchtigung, sondern auch mit vielen Stärken verbunden. Das merkt man auch an Greta.
Oft haben Aspies in den Bereichen des Wahrnehmens, der Aufmerksamkeit, der Gedächtnisleistung und der Selbstbeobachtung echte Stärken. Und in vielen Fällen auch Inselbegabungen. Das sind Begabungen in einem ganz bestimmten Bereich, wie Mathematik, Sprache und Wissenschaft. Einige Aspies sind hochbegabt.

Allerdings sind Aspies in einigen Bereichen auch beeinträchtigt. Das sind vor allem soziale Gebiete. Es ist bei jedem verschieden. Einige können die Gesten, die Mimik und den Blickkontakt nicht einschätzen, andere können die Signale selbst nicht aussenden. Sie können dadurch merkwürdig und wunderlich wirken.
Gerade an dem Beispiel Greta Thunberg merken wir, dass auch Menschen, die einfach anders sind, trotzdem etwas erreichen können! Trotzdem war ihr Leben und das ihrer Familie sehr schwer. Mit 12 Jahren hörte sie auf regelmäßig zu essen. Doch das hat sie jetzt hinter sich gelassen, außer sie macht einen Hungerstreik.
Thunberg ist eine Repräsentantin der internationalen Klimaschutzbewegung. Sie wurde vom amerikanischen Magazin Time in die Liste der 25 einflussreichsten Teenager des Jahres 2018 und in die Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des Jahres 2019 aufgenommen. Im Jahr 2019 wurde sie mit dem Alternativen Nobelpreis ausge-zeichnet. Ihr Beispiel zeige, dass jeder die Macht habe, etwas zu verändern, so die Begründung der Jury. Auch habe sie der politischen Forderung nach Klimaschutzmaß-nahmen weltweit Gehör verschafft und Menschen unterschiedlicher Lebensbereiche dazu ermuntert, politische Maßnahmen zum Klima-schutz einzufordern.

Quelle: Wikipedia
Foto: Markus Spiske / Unsplash

 

Was ist EX-IN?

Psychiatrie-Erfahrene werden zu Erfahrungsexperten

Psychische Erkrankungen sind in der Bevölkerung noch immer Scharm behaftet. Es wird nicht gern darüber gesprochen und oftmals werden Menschen mit psychischen Problemen ausgegrenzt. Man macht sich über sie lustig oder gibt „kluge Ratschläge“. Dieses Problem lässt sich unter dem Begriff Stigmatisierung zusammenfassen. Manchmal wird es sogar als „zweite Krankheit“ bezeichnet.

Doch die von seelischen Leiden betroffenen Menschen wollen sich nicht damit abfinden, dass Ärzte und „Normalos“ sie als „unheilbar krank“ oder „austherapiert“ abstempeln. Aus eigener Erfahrung wissen sie: Genesung ist auch bei schweren psychischen Erkrankungen möglich. Es geht hierbei nicht um Heilung im klassischen Sinne, sondern darum trotz Erkrankung eine gute Lebensqualität zu haben. So entstand in den USA in den 1990ern die Recovery-Bewegung. Gemeinsam mit engagierten Fachleuten und Angehörigen wird sich für eine alternative Art der psychiatrischen Behandlung eingesetzt. Dabei sollte ein positiver, ganzheitlicher und gesundheitsfördernder Blick auf psychische Erkrankungen im Mittelpunkt stehen. Die Recovery-Bewegung ist eng mit der Selbsthilfe-Bewegung verwoben. Menschen mit psychischen Problemen wünschten sich eine Einbeziehung.

So wurden die Stimmen immer lauter, dass Psychiatrie-Erfahrene selbst in der Versorgung arbeiten und als Vermittler fungieren sollten. EX-IN wurde geboren. EX-IN steht für Experienced Involvement, also für die „Beteiligung von Psychiatrie-Erfahrenen“. Menschen, die versuchen nach einer Qualifikation als Expert*in aus Erfahrung anderen Psychiatrie-Patient*innen zu helfen.

 

 

Die AWO-Sozialdienst Rostock gemeinnützige GmbH führte in Rostock zwischen 2012 und 2014 die ersten beiden EX-IN-Fortbildungskurse durch. Dann wurde am 14. Oktober 2017 aus dem Netzwerk „Genesungsbegleitung M-V“ der Verein „EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V.“ (EX-IN M-V e.V.) gegründet. Die wichtigste Aufgabe ist die Ausbildung der Erfahrungsexperten im EX-IN-Kurs. Nach der AWO Rostock führte der Verein die 3. Fortbildung 2019 bis 2020 durch.

EX-IN M-V setzt sich also folgende Zielstellungen:

  • Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen unter anderem durch Teilhabe am Arbeitsleben
  • Einbeziehung von Genesungsbegleiter*innen in die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen
  • Koordination und Vernetzung von regionalen EX-IN Initiativen in M-V
  • Ausbildung zum „Experten aus Erfahrung“ (EX-IN-Kurs) nach den Standards von EX-IN Deutschland e.V.
  • Schulungen bei Qualifizierungsbedarfen bereits ausgebildeter Genesungsbegleiter*innen.

Die genannten Ziele erreicht der Verein durch Projekte, Kurse, Informationsveranstaltungen und Tagungen.

Der Verein EX-IN M-V e.V. möchte eine Brücke zwischen den Psychiatrie-Erfahrenen, den Professionell Tätigen und den Angehörigen und Freunden seelisch gehandicapter Menschen bauen. Durch die Ausbildung zum Erfahrungsexperten sollen endlich die Betroffenen selbst eine Stimme bekommen, die durch den Dolmetscher, den EX-INler noch lauter und klarer wird.

Die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen sollen endlich gehört werden und die Stigmatisierung soll aufhören! Dafür ist noch viel Arbeit zu leisten und daran beteiligt sich der Verein.

Quelle: https://ex-in-mv.de/

 

Abschied von Gehlsdorf

ERFAHRUNGSBERICHT von Christian Kaiser: 

Die Zeit in der Gehlsdorfer Klinik neigt sich dem Ende zu und ich bin echt froh darüber. Trotzdem werde ich viele vermissen, die mir echt geholfen haben. Vor allem die Patient*innen, die mich echt toll behandelt haben, die Pfleger*innen, Therapeut*innen und Ärzt*innen! Am liebsten würde ich sofort eine Weltreise machen so wie es Mark Forster machte. Hier eine meiner Lieblingssongs von ihm und Sido, den ich inzwischen echt cool finde! Denn das, was in dem Musikvideo das 16jährige Mädchen macht, wollte ich 1997 mit 14 Jahren auch machen bevor ich in die Nervenklinik kam…

Nur ein TV-Bericht über russische obdachlose Jugendliche hielt mich davon ab. Und das war wohl auch besser so! Ich kam in die Jugendpsychiatrie. Im Grunde war die Zeit damals wie ein Urlaub. Aber dazu findet ihr hier mehr. Auch wenn vieles in der Klinik sehr schlimm für mich war, ich habe mich auch nicht immer so gut benommen, obwohl ich das normalerweise tue. Und ich bin halt geboren um frei zu sein, so wie Sido…

Der Refrain wird von einer Musiklegende gesungen, nämlich Rio Reiser. Musik ist meine Heilung und auch, wenn sie manchmal traurig klingt, sie hilft mir fast immer. Doch wenn man dann auf der Straße manchmal durch die Kopfhörer-Beschallung so abgelenkt ist, das echt was passieren kann, ist das dumm. „Und der ist dumm, der Dummes tut“, wie schon Forest Gump wusste. Ich hatte in meinen Leben viel Pech. Zum Glück bin ich aber auch ein „Hans im Glück“. Auch wenn mich manche nicht verstehen, weil ich nur an andere denke, ich bin trotzdem stolz darauf selbstlos zu sein, genauso wie MoTrip…

In Psychiatrien sind viele Menschen, die immer nur an andere gedacht haben, und dabei sich selbst vergessen haben. Dazu gehöre ich wohl auch, aber das werde ich ändern. Ich werde anfangen auch an mich zu denken und trotzdem, oder gerade deswegen, anderen zu helfen. Das 1. Gebot in der Bibel sagt es treffend aus: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“

CORONA hat mir eines bewiesen, wenn auch nur besonders in der Anfangsphase, die Menschen helfen wieder einander und ich werde auch nicht damit aufhören! Deshalb will ich euch bitten „Das Glückprinzip“ anzuwenden! Helft anderen Menschen, so wie nur ihr es könnt und bittet sie anderen zu helfen.

In der Klapper merkt man, wie normal, empathisch und besonders Menschen mit seelischen Problemen sein können, und dass gerade diese Menschen besser mit anderen umgehen als es die Normalos tun. Doch auch meinen Freunden bin ich total dankbar! Danke Leute! Ihr habt mir echt geholfen!

Und so beginnt heute mein neues Leben und darauf freue ich mich.

Also bis bald, und wenn ihr Fehler gemacht habt, wie ich, dann ist heute der beste Tag für einen Neuanfang für Alle!

Es ist Zeit für den Wandel! Jeder kann gesund werden, sogar ich, also bis bald!

Euer Chr!s

Kunst kann heilen!

KOLUMNE von Christian Kaiser:

Jeder Musiker, jeder Maler, und jeder Schauspieler weiß, dass Kunst heilen kann! Sogar Sport ist Kunst, denn Artist heißt ja in der englischen Sprache Künstler. Und meiner Meinung nach ist guter Journalismus auch Kunst. Doch gerade die Mainstream-Presse zeichnet ein negativ verzehrtes Bild von Menschen mit seelischen Erkrankungen.

Menschen mit seelischen Problemen haben oft verborgene Talente, aber durch die Pillen werden sie antriebslos. Doch sie müssen sie halt oft nehmen, und viele mögen das aufgrund der Nebenwirkungen nicht. Das ist problematisch, deshalb finde ich, dass gerade in meiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern mehr die Ansicht: „So viel wie nötig und so wenig wie möglich“, vertreten und gelebt werden sollte. Teilweise leidet man sogar darunter, dass die künstlerischen Fähigkeiten teilweise verschwinden, doch in den Therapien, in den Kliniken, Tagesstätten, Werkstätten und Selbsthilfegruppen lernt man das wieder und es entstehen tolle Werke.

Im Musikvideo vom Musiker Johann, der bei uns Mad Artists mitmacht, geht es um Psychopharmaka:

Ich glaube an meine Freunde von den Mad Artists, denn wir können alle die Welt verändern! Dazu müssen wir nur mehr tun als reden, wir müssen handeln! Und ich bin stolz auf die #FridaysForFuture – Bewegung und zähle mich sogar dazu. Deshalb möchte ich zusammen mit den Mad Artists die Bewegung unterstützen. Dieses Doku-Video wurde am 24. Mai 2019 gedreht, als die Europawahlen vor der Tür standen:

Außerdem möchte ich, zusammen mit den Mad Artists bei #ArtistsForFuture mitwirken. Doch besonders diese Bewegungen wie auch z.B. die Linken sollten auch den Spirituellen zuhören und sie nicht auslachen! Wie auch bei der Occupy-Bewegung in Berlin am 15 Oktober 2011, bei der auch ich mitmachte, den Film drehte ich und durfte auch die Szenen eines anderen Filmemachers verwenden:

Die politische Arbeit ist mir wichtig, denn ich bin ein Linker, ein Grüner und ein Christ! Und selbst Christen glauben manchmal nicht an Wunder. Doch es gibt sie! Ich empfehle jedem den tollen Film: Die Prophezeihungen von Celestine, da gehts genau darum, dazu habe ich dieses Musikvideo geschnitten, die Musik stammt von MAGIX:

Hier kurze Mad Artists -Trickfilme, als kleinen Einblick in unsere Animations-Arbeiten, auch dort geht es im Grunde um Wunder:

Wir alle können dafür sorgen, dass die Welt zu einem besseren Ort wird! Und das durch Kunst, die heilen kann, unzwar wenn sie auf positive Art für eine bessere Zukunft eintritt. Meiner Meinung nach darf es keine Gewaltverherrlichung mehr geben! Aber das ist eine andere Geschichte, für ein andern Mal…

Also werdet selbst kreativ!

Euer Chr!s!

Die Vergangenheit und Gegenwart der Psychiatrie

Hallo liebe Leser,
heute ist einer der wichtigsten Tage die es gibt, nämlich der Welttag der seelischen Gesundheit! Ich bin Chr!s und hatte leider schon einige persönliche Erfahrungen mit der Psychiatrie. Oft wurde mir geholfen, aber manchmal war es in den Nervenkliniken auch schwierig für mich! Auch wenn wir heute auf das positive schauen sollten, es muss auch an die Vergangenheit erinnert werden! Und wir dürfen die Suizidopfer nicht vergessen. Ihr seid alle wichtig! #DuBistMirWichtig

Die „Woche der Seelischen Gesundheit“ findet jedes Jahr rund um den internationalen Tag der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober statt. Eine Woche lang sind Bürger und Bürgerinnen in Berlin und bundesweit eingeladen, die vielfältigen ambulanten und stationären Angebote der psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen in ihrer Umgebung kennen zu lernen. Ziel aller Veranstaltungen ist es, über psychische Krankheiten aufzuklären, Hilfs- und Therapieangebote aufzuzeigen und die Diskussion anzuregen. Ob Vorträge, Workshops, Schnupperkurse, Fachtagungen oder Kunstaustellungen – alle Veranstaltungen tragen dazu bei, Berührungsängste abzubauen und vor allem Betroffene sowie deren Angehörige einzubinden.

Quelle: aktionswoche.seelischegesundheit.net

Kein medizinisches Fachgebiet ist so vielen Irrtümern erlegen wie die Psychiatrie. Die „Aktion T4“ aus der Nazizeit zählt für mich zu den größten und schrecklichsten Fehlern, ja Verbrechen!

Aber die sogenannte Eugenik existierte schon viel länger und wurde bereits seit 1883 angewandt. In der Nazizeit ab 1933 wurden Menschen mit seelischen Krankheiten, geistig und körperlich behinderte Menschen dann sterilisiert, verhungern gelassen und vergast oder anders hingerichtet. Die Nationalsozialistische Rassenhygiene diente zur Rechtfertigung von Massenmorden an als „lebensunwert“ definierten Menschen und zu grausamen Menschenversuchen in verschiedenen Konzentrationslagern.

Heute ist all das Vergangenheit. Aber an vielen Vorurteilen gegenüber Menschen mit seelischen Problemen hat sich nicht viel geändert und das liegt zum Teil daran, dass sie früher einfach weggesperrt wurden. Verweildauer in „Irrenanstalten“ waren damals oft mehrere Jahre bis lebenslang. Heute ist die Durchschnittsverweildauer in Nervenklinken acht Wochen.

Menschen mit psychischen Problemen leiden sehr unter den Vorurteilen der „Normalos“. Man nennt das auch Stigma oder zweite Krankheit. Eigentlich ist dies ja zum größten Teil das Problem, der Menschen, die sich für normal halten, denn das Stigma beruht auf der Angst vor dem der anders ist. Nicht nur die Angst spielt eine große Rolle, denn sie wird von Halbwissen und schlechtweg falschen Annahmen geschürt. Auch Sucht zählt für mich zu den psychischen Erkrankungen, denn die Menge macht das Gift! Und Sucht geht fast immer mit seelischen Problemen und riesigem Leidensdruck einher!

Ich möchte mal mit einigen der Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Problemen und suchtkranken Menschen aufräumen, stellvertretend für die große Anteil der seelisch Gehandicapten von 10-20 % an der Bevölkerung:

  • Sucht ist keine Charakterschwäche, sondern ebenfalls eine seelische Erkrankung
  • Depressive sind nicht faul, sondern antriebslos, nicht mal unbedingt immer traurig
  • Schizophrenie ist keine gespaltene Persönlichkeit, sondern ist durch Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Gefühlswelt gekennzeichnet
  • psychische Erkrankungen sind nicht selten, sondern man kann sie als Volkskrankheit bezeichnen
  • psychotische Menschen sind im Durchschnitt nicht gewalttätiger als die Gesunden
  • ein psychisches Handicap ist keine geistige Behinderung, es kann jeden treffen

Deshalb solltet ihr „Normalos“ mit uns ganz normal umgehen. Die Horrorbilder einer Psychiatrie, die ihr vielleicht aus Film und Fernsehen kennt, stimmen nur bedingt. Allerdings ist es in einer geschlossenen Station trotzdem ganz und gar nicht lustig.

Es gibt hier in Deutschland zwar keine Zwangsjacken, stattdessen gibt es Fixierung an den Betten, das finde ich persönlich sogar noch schlimmer, weil man dann nicht um herlaufen und es zu traumatischen Erlebnissen führen kann.

Es ist auch bestimmt für das Personal, das sich nicht anders zu helfen weiß, eine schmerzliche Erfahrung. Doch es werden in einigen Kliniken auch Menschen angeschnallt, die für sich und andere keine Gefahr sind und diese Anzahl an Personen ist leider zu hoch. Ich habe schon erlebt, dass alte, gebrechliche oder mit Medikamenten vollgepumpte Menschen, angeschnallt wurden, da sie vom Bett fallen könnten. Aber viel hat sich Dank der neuen Gesetze auch geändert. Und eine offene Station ist manchmal echt wie Urlaub! In einer offenen Station kann man sich frei bewegen und heutzutage sind die meisten Stationen offen.

Doch nicht nur in den Kliniken, sondern auch später, wenn die Betroffenen entlassen sind, haben sie zu kämpfen, da meiner Meinung nach eine richtige Integration oder gar Inklusion noch nicht ganz geschafft wurde. Oft arbeiten von seelischen Problemen Betroffene in Werkstätten und verpacken Ballons zusammen mit geistig behinderten Menschen. Es fehlt der Kontakt zu den gesunden Menschen, das stört mich. Es wäre besser, wenn in solchen Werkstätten auch „Normalos“ arbeiten würden, zum Beispiel als Sozialstundenleistende, auch wenn das komisch klingt. Auch in den Wohngruppen sind die Betroffenen unter sich.

Es gibt viele Menschen, für die das Konzept der psychiatrischen Hilfen nicht ausreicht. Das sind vor allem junge Menschen. Oder Menschen wie ich im Erwachsenenalter. Diese haben in vielen Fällen zwar einen Job, doch was ist, wenn man von ihrer Erkrankung erfährt? Ich kannte das. Ich rannte von Maßnahme zu Maßnahme, machte Praktika und fand trotzdem keinen Job. Oder gerade deshalb, denn wenn die Firmen Praktikanten haben, brauchen sie ja nicht zahlen, andererseits geht man gerade dann, wenn man sich eingearbeitet hat.

Ich habe sehr viele Praktika gemacht und bin stolz darauf! Ich arbeitete im Krankenhaus, im Copyshop und als Bürokaufmann und am Institut für neue Medien Rostock und Werbefirmen. Dadurch merkte ich, dass wir seelisch gehandicapten Menschen viel drauf haben, wenn man an uns glaubt!  Und ich bin Mitglied und Vorstandsmitglied a.D. des Landesverbandes seelische Gesundheit M-V e.V. sowie Mitarbeiter des EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Mein Comicfanzine, das demnächst auch eine EX-IN-Ausgabe bekommt ist besonders für Jugendliche und Erwachsene gedacht. Doch es gibt auch Kinder mit psychischen Problemen! Für die Kinder psychisch kranker Eltern, gibt es oft noch wenig Hilfen. Die Hilfe kommt dann oft erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und selbst erkrankt. Und dann haben die Psychiater wieder was für ihre Statistiken, denn heute wie damals gilt die Annahme, dass viele psychische Krankheiten erblich sind. Ich hingegen glaube, dass die Ärzte viel mehr, die Ursachen, und die sind seelisches Leid, bekämpfen sollten, anstatt nur Medikamente zu verabreichen, also die Symptome zu bekämpfen. Oft ist eine Tablette schneller gegeben als ein heilsames Wort geschenkt ist.

Ich glaube ganz fest, dass wir, wenn wir den anderen so akzeptieren wie er ist, also mit all seinen Macken, eine bessere und gerechtere Welt aufbauen können. Und außerdem müssen wir alle etwas gemeinsam dafür tun, nämlich zusammenhalten um gemeinsam alles zum Positiven zu verändern, unzwar für ALLE!

Euer Chr!s!

FILMTIPP: „Das weisse Rauschen“

Daniel Brühl hat nicht nicht nur bei „KRABAT“  oder „GOOD BYE LENIN“ mitgespielt, sondern auch bei unzähligen anderen tollen Filmen! Er ist ein krasser Künstler, der in viele Rollen schlüpfen kann. Seine Debütrolle war die des Lukas, der an einer Drogenpsychose erkrankt.  Also hier versteht man, wie es Menschen gehen kann, die sich zu viel Drogen reinpfeifen! Doch das offene Ende macht Mut!

DAS WEISSE RAUSCHEN ist ein Film, aus dem man lernen kann und der viel in einem einen bewegt. Lukas wird seinen Weg machen, genau wie ich! Denn ich habe Freunde und eine Familie auf die ich stolz bin! Ich glaube daran, dass jeder gesund werden kann, egal mit welcher Erkrankung! Denn bei so vielen Freunden die ich habe, habe ich endlich erkannt, dass ich etwas besonderes bin. So wie jeder gute Mensch. Und es ist egal, ob ich Bipolar, Autist oder irgendwas anderes bin. Ich werde gesund werden! So wie Lukas im Film!

Alles Liebe euer Chr!s

Der verlorene Sommer + Filmtipps

KOLUMNE von Christian Kaiser:

Vielleicht hört es sich echt total  komisch an. Schon viele Geburtstage, Weihnachtsfeste und Zeiten, in den man eigentlich Urlaub macht, verbrachte ich in der Klapper oder war nahe einem Nervenzusammenbruch.

Ich habe eine psychische Erkrankung. Aber das ist mir egal! Ich bin gerade diesen Sommer in der Nervenklinik. Und das ist mir eben nicht egal. Denn meine Stimmungschwankungen und meine überschäumende Fantasie gehören zu mir, wie Furchur nach Phantasien…

In meinen Träumen war ich schon oft in Phantasien, aber ich kann Bastian Balthasar Bux nur aus dem Kino. Das Buch: „die Unendliche Geschichte“ habe ich noch nicht ganz durchgelesen. Aber, ich weiß: Phantasien ist das Land der menschlichen Fantasie. Aber es ist bedroht, weil wir nicht mehr glauben. Wir glauben nur noch den Medien! Sei es Internet, Fernsehen, oder Zeitung…

Keiner glaubt mehr wirklich an sich selbst, weil leider viele Menschen, gerade die Reichen im Konsum ihren Gott gefunden haben. Es gibt Hochbegabte und Menschen mit Behinderung. Menschen verschiedener Hautfarbe und Linke und Rechte. Und Christen, Moslems, Muslime, Buddhisten, Hindus, Atheisten und Menschen aller Hautfarbe und Religion. Manchmal denke ich, dass kann Gott doch nicht zulassen, Kriege, Umweltzerstörung usw.
Ich war immer anders als die anderen, aber fühlte mich trotzdem wohl. Früher habe ich mich jedoch auch wie ein Marsmensch gefühlt. Aber jetzt spüre ich, dass ich auf die Erde gehöre und geliebt werde, von meiner Familie und meinen Freunden. Meinen Vater empfinde ich manchmal als schwierig, aber er ist trotzdem toll! Ohne ihn währe ich nicht der, der ich bin. Ich wäre auch nie hier gelandet ohne Vati und Mutti! Egal was ihr macht, meine Gefühle für euch werden sich niemals ändern! Im Film: „Mein Kind vom Mars“ geht es auch um einen Jungen, der anders ist, aber seht selbst.

Ich frage mich, wenn ich mir die Welt so anschaue: „Was wollt ihr wirklich?! Wollt ihr ein dickes Auto fahren, oder die Natur retten? Wollt ihr Musik machen, oder sie nur hören? Oder wollt ihr wirklich was bewegen? Anfangen könnt ihr schon heute! Verändert die Welt! Ihr könnt es! Das weiß ich!“ Mein Sommer in der Psychiatrie war nicht so toll, aber es war doch kein verlorener Sommer, denn ich habe neue Freunde kennengelernt, oder hoffentlich gute Kumpels! Und hier noch ein toller Filmtipp zum Thema:

Auch wenn ich wohl psychische Probleme habe, sie sind da, um sie zu lösen. Und wenn es in eurer Klasse oder in Ihrem Betrieb Menschen mit psychischen Leiden gibt: Schaut nicht weg!

Also, auf Bald, Euer Chr!s

Lus Bücher…

Sie heißt Luise, aber die meisten nennen sie Lu. 2017 hat sie angefangen über ihr Leben zu schreiben, was bis dahin nicht gerade sehr einfach war, es gab mehr Tiefs als Hochs. Aber warum hat sie überhaupt angefangen zu schreiben und dann gerade noch über ihr Leben?

Sie war schon immer anders als andere und hat Dinge im Leben erlebt, die zu keiner gesunden Entwicklung ihrer Psyche beigetragen haben. Als sie dann 2013 das erste Mal in der Psychiatrie hier in Rostock war, hat sie gedacht es sei Endstation und sie werde ihr Leben nicht mehr frei gestalten und leben können. Sie glaubte alles verloren zu haben, was sie sich bis dahin mit viel Mühe aufgebaut hatte.

Sie hat Diagnosen bekommen von den sie vorher wenig oder gar nichts wusste und fühlte sich sehr alleine. Da kam schon immer der Gedanke, eigentlich müsste sie ein Buch schreiben aber so richtig wusste sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wie und ob es sich lohnt. Bis sie Ende 2016 eine sehr gute Freundin nochmals drauf angesprochen hat und sagte: „Lu du musst das mal aufschreiben, was du bis jetzt alles erlebt hast!“, und so kam es das ihr erstes Buch 2017 fertig war und in die Veröffentlichung ging. Stolz sagt sie:

Und ja was soll ich sagen mittlerweile habe ich 3 Bücher über mein Leben geschrieben .Es geht in den Büchern um Therapien, Klage vor dem Sozialgericht, um Gedanken und Gefühle, was die Erkrankungen mit mir und meinem Umfeld macht und der Umgang mit Skills. Alle 3 Bücher haben maximal 108 Seiten. Ich lasse meine Bücher über Bookmundo vertreiben das heißt das die Bücher erst ab Bestellung gedruckt und gebunden werden. Ich wollte nie zu einem großen Verlag mit meinen Büchern, weil ich ganz alleine entscheide was rein gehört und was nicht, der Leser soll nicht das Buch zu klappen und weinen sondern er soll an sich glauben und seinen Träumen folgen und Mut finden sein Leben zu leben. Das ist mir ganz wichtig, dass die Menschen merken, dass sie nicht alleine sind.

Die Bücher sind für alle geeignet die sich mit dem Thema Depression und Borderline auseinandersetzten wollen. Es wird auch ganz kurz das Thema Posttraumatisch Belastungsstörung sowie Schmerzmittel Abhängigkeit angeschnitten . Es ist nicht nur für Betroffene geschrieben sondern wirklich für alle auch in sehr leichter Sprache. Ich wollte nie ein Fachbuch raus bringen sondern ein ganz einfaches Buch. Um mit Menschen in den Austausch zu kommen und meine Welt zu erklären und zu zeigen, nur so können wir aufeinander zugehen um Barrieren abzubauen.

Im Juli 2020 ging das Manuskript auf Reisen und so wie es aussieht wird das nächste Buch über mein Leben 2021 dann erhältlich sein. Es werden ca. 12 Kapitel sein, die euch dann wieder mit auf eine Reise nehmen, die euch Mut machen soll. Wer es bis dahin nicht aushalten kann, und die ersten 3. Bücher nicht kennt kann sich die Zeit bis dahin noch versüßen. Wenn alles gut geht werde ich dieses Jahr vielleicht noch 3 Lesungen haben aber das entscheidet sich wie es mit Corona weitergeht. Bis dahin heißt es erstmal warten und am 4. Manuskript schreiben.

Luise Müller

Telefonischer Begleitdienst für Menschen mit psychischen Erkrankungen

 

Der Verein EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e. V. setzt sich für die Beteiligung von Psychiatrie-Erfahrenen in der sozialpsychiatrischen Versorgung ein, die nach einer Weiterbildung zu Erfahrungsexpert*innen Menschen mit psychischen Erkrankungen begleiten und unterstützen können.

Telefonische Genesungsbegleitung

Den Dienst der telefonischen Genesungsbegleitung bieten wir weiterhin an, ab Juli 2020 jedoch zu anderen Zeiten und unter einer neuen Rufnummer an. Unser telefonisches Angebot besteht unter anderem in entlastenden Gesprächen, Hilfe zur Selbsthilfe und der Entwicklung gesundheitsfördernder Haltungen.

Zu erreichen ist der Dienst:

montags und donnerstags von 14:00 – 18:00 Uhr
unter 0176 – 163 741 59.

 

Wir freuen uns auf Ihren Anruf*, der selbstverständlich vertraulich behandelt wird. Auf Wunsch rufen wir Sie zurück, um Ihnen Kosten zu ersparen.

Ihr Team von EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e. V.

EX-IN Mecklenburg-Vorpommern e. V., Henrik-Ibsen-Straße 20, 18106 Rostock, Email: buero@ex-in-mv.de Tel.:0381 – 29497617

* Ihre Daten werden weder gespeichert noch an außenstehende Dritte weitergegeben. Die konsequente Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung ist Grundlage unserer Arbeit. Es entstehen Ihnen außer den Verbindungskosten keine weiteren Kosten.