STORY / HÖRSPIEL: Hunters Weihnachtsgeschichte

Hier das Hörspiel zur Story:

 

Die andere Dimension

von Christian Kaiser

Es war ein grauer, verregneter 1. Dezember im Jahre 2007. Aber nach Vorweihnachtszeit war hier keinem zu Mute. Die Vögel hatten sich an diesem grauen, verregneten Tag einen Unterstand gesucht. Nur die Bäume standen weiter alt ehrwürdig an ihrem Platz, ohne sich stören zu lassen. Kein Mensch hätte freiwillig das Haus verlassen.
Ich musste. Mein Name ist Hunter, und ich hatte einen Auftrag bekommen. Lieber würde ich zu Hause sitzen und faulenzen. Mit einer Tüte Chips vor dem Fernseher, die Beine auf die Couch gelegt, und ein kühles Bier, so lässt es sich leben, gerade am Samstag. Als ich noch Jäger war, konnte ich mir meine Zeit selbst einteilen. Aber das ist nun schon lange her, zehn
Jahre ungefähr. Ich liebte meinen Job. Er war mein Leben…

Das zählt jetzt nicht mehr. Die Gorkons hatten es geschafft, unseren Planeten zu erobern. Ihren eigenen haben sie unbewohnbar gemacht. Aber wir waren auch nicht besser. Die Gorkons versprachen, hier alles besser zu machen. Und so erschlichen sie sich das Vertrauen bei den Politikern. Das war vor sieben Jahren. Nun leben nur noch 1 Milliarde Menschen und Zeichnungen und 7 Milliarden Gorkons hier auf der Erde. Der Rest der Menschheit arbeitet in Strafkolonien auf dem Mars. Tausende, die anders dachten, wurden hingerichtet. Weil mir das nicht geschehen sollte, arbeite ich nun für die Außerirdischen.Mein heutiger Auftrag war harmlos. Ich sollte, mit dem Teleporter, einen Ausflug in eine andere Dimension machen und diese Welt auskundschaften. Glücklicherweise konnten die Gorkons nur eine begrenzte Anzahl an Lebewesen in andere Welten schicken und das brauchte enorm viel Energie. Deshalb konnten sie dieser Erde nichts antun. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…

Nach einem langen Fußmarsch kam ich in der Zentrale an. Menschen durften keine fahrbaren Untersätze benutzen. Meinen Genauerweise hatte ich immer dabei. Ohne ihn wäre ich sofort auf dem Mars gelandet. Im Vorraum wurde ich durchgecheckt. Die Gorkons reagieren sehr empfindlich, gegenüber allen Krankheitserregern.
Ich traf auch gleich meinen Chef, den Wendehals Otto Shily. Er hatte sich ein Ölimperium aufgebaut. Das Öl verkaufte er an den Meistbietenden, natürlich illegal, wozu brauchen Menschen Öl oder Benzin? “Hallo Chris. Heute war wieder ein Tag. Wir Politiker haben einen 24 Stunden Tag, 7 Tage die Woche. Guido Westerwelle hat es richtig gemacht, leitet das Arbeitslager Nord E129. Bist aber ein bisschen später Hunter.” meinte Otto. “Sie vergessen wohl, dass ich keinen Raumkreuzer habe, ich darf sowas ja noch nicht einmal fliegen”, erwiderte ich.
“Geh’ an die Arbeit!” schrie Schily und ging. Ich musste an Joschka Fischer denken. Ich hatte es viel besser als er. Als Oberhaupt des deutschen Widerstandes musste er jeden Tag mit der Hinrichtung rechnen.

Manchmal frage ich mich, warum ich diesen Weg gewählt habe. Warum helfe ich den Aliens? Irgendwann werde ich es Ihnen zeigen! Aber wann, wenn nicht heute? Mit diesen Gedanken ging ich die Treppe hinunter, mein Auftrag stand über allem. Denn auf Nichterfüllung stand die Todesstrafe. Das war mein erster Einsatz in einer anderen Dimension. Und ich sollte unglaubliches erleben.
Aber erstmal wartete eine schreckliche Tortur auf mich. Mein Charakter sollte so geformt werden, dass ich den Gorkons bis zum Tode diene, und ihnen blind vertraue…Bei dieser Prozedur erlebte ich tausende Eindrücke zur gleichen Zeit, einfach der glatte Horror. 6-Mal im Jahr musste ich dies über mich ergehen lassen.
Zum Ende dieses Zeitraumes dachte ich immer klarer, aber dass sollte sich nun ändern. Nun galt nur der Dienst an der “großen Sache der Gorkons”. Ich hätte ihnen sogar meine Mutter ausgeliefert.

Die Reise konnte beginnen. Ich sollte herausfinden, ob die Gorkons auch in der anderen Dimension existieren. Hatten Sie dort vielleicht auch Pläne über die Erde zu herrschen? Ich hoffte das auch hier die Gorkons die Menschen “leiten”, von Reue fühlte ich keine Spur. Auch wenn ich meine Gedanken vor Antritt der Reise noch im Kopf hatte, verdrängte ich sie.
Die Außerirdischen Kolonialisten gaben mir das nötige Werkzeug, um die Gorkons auf der anderen Seite ausfindig zu machen. Das Oberhaupt Gowru befahl: “Mache deinen Herren keine Schande. Du wirst Kontakt zu unseren Artgenossen aufnehmen, wenn sie existieren, und es gibt sie.” Und er meinte: “Wir haben wieder Ordnung in eure Welt gebracht. Menschen sind dazu da, um zu dienen. Ihr seid dafür geboren. Das war auch schon früher so.” Gowru kommunizierte telepathisch. “Ich diene den Gorkons. Sie unterwerfen. Sie Regieren. Sie werden siegen. Keiner kann sie aufhalten.” schrie ich voller Überzeugung. “Das wollen wir hören!” sagte Gowru im vorbeigehen, denn er hatte viel zu erledigen.

Nun war ich auf mich gestellt. Keiner konnte mir helfen. Gnewka stellte die Maschine ein. Dann gab es einen gewaltigen Blitz. Alle Farben flackerten auf. Mich durchzogen tausende kleine Zuckungen. Und Sekunden später fand ich mich in einer anderen Welt wieder. Alles war mir vertraut, so wie es früher war, bevor die Gorkons kamen. In meinem Zustand fand ich diese Idylle hässlich. Ich sehnte mich nach den kilometerhohen Metallbauten und den menschenleeren Straßen. Ich war in einem Park gelandet, dem Stadtpark Rostocks, meiner Heimatstadt.
Die Vögel zwitscherten und einige Eichhörnchen turnten durch die Bäume. Aber davon wollte ich nichts wissen. Weil hier kein Mensch war, baute ich das erste Gerät auf. Ich versuchte, mit einer Art Funkanlage, zu prüfen ob sich Gorkon-Raumschiffe in der Erdumlaufbahn befinden. Das konnte schon einige Stunden dauern. Ich beschloss also, in die Stadt zu gehen. Ich schlenderte durch die Straßen und vergaß fast, wozu ich hier war. Langsam packte mich trotz der Hypnose die Sehnsucht nach der guten alten Zeit.

Ich begann alles bewusster wahrzunehmen. Die Menschen wurden mir vertrauter. Auf einmal sagte ein Junger Mann: “Hallo Hunter, du hattest recht, deine Heimat ist Top, besonders der Strand.” Ich sagte nur: “Sorry, ich muss weiter.” Langsam musste ich zurück in den Park, die Stunden waren schneller vergangen als mir lieb war. Schweren Herzens kehrte ich zurück. Ich hätte meinen Auftrag am liebsten nicht erfüllt. Als ich beim Gerät ankam, erwartete mich Schreckliches. Die Gorkons waren hier, aber zum Glück nur drei Schiffe, doch es waren auch andere Schiffe da, die der Gorta. Ich sollte die Gorkons davon unterrichten, wie sie sich der Welt Untertan machen. Mir wurde bewusst, dass ich das Ende der Menschheit einläuten sollte…

Ich musste es tun, mein Leben hing davon ab. Also versuchte ich Kontakt aufzunehmen. Plötzlich hörte ich ein Geräusch. Es raschelte in den Büschen. Als würde jemand immer näher kommen. “Was machen Sie hier?”, hörte ich eine Stimme fragen. Jetzt musste mir etwas einfallen: “Ich führe hier Messungen durch. Ich bin vom Amt für Naturschutz.” Nun konnte ich die Person erkennen. Es war ein Polizist, ein Fülliger mit Brille. “Können Sie sich ausweisen? Von Untersuchungen durch das Naturschutzamt habe nichts gehört. Aber das können wir klären, nicht wahr?” Mir musste was einfallen.
Doch dann ging mir der Zufall zur Hand. Der Ordnungshüter stolperte über eine Wurzel und verlor seine Brille. Ich ging zu ihm und mit einem gezielten Tritt war seine Brille Geschichte.“O Gott, das tut mir aber Leid.” rief ich mit aufgesetzter Freundlichkeit. Der Polizist kreischte: “Können Sie nicht aufpassen?! Durch Leute wie Sie, kommen die Beamten in Verruf.”
Ich erwiderte: “Wollten Sie nicht meinen Ausweis sehen?” und holte meinen Genpass aus der Tasche. “Weitermachen!” rief der Polyp und verschwand in den unendlichen Weiten des Stadtparks. Es war wohl doch nicht so schlau, die Gerätschaft in der Nähe der Stadtmauer aufzustellen. Endlich konnte ich eine Nachricht ins All senden. Sie bestand aus Daten die erklärten wie die Gorkons aus meiner Dimension die Erde erobert haben. Das nannten sie “die stille Einnahme des Planeten”. Für einen Moment hatte ich Zweifel an meinem Tun. Doch dann drückte ich den Knopf und sendete die Daten. Nun war das Schicksal der Menschen besiegelt. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. In dem Moment der Übertragung fingen die Raumschiffe der Gorkons verrückt zu spielen. Sie flogen wie wild umher, machten Loopings und innerhalb von Minuten raste schon das erste Raumschiff in ein anderes. Sie verschwanden vom Bildschirm. Ich hatte alles beobachtet und konnte es nicht glauben. Nun gab es nur noch ein Raumschiff. Und das kollidierte mit dem Mond. Jetzt waren alle Anzeichen von Gorkischen Leben in unserem Sonnensystem vernichtet, doch warum?

Ich fand eine Antwort. Wahrscheinlich hatte Gnewka, ein Freund der Menschen, einen Computervirus in die Nachricht eingebaut. Er war der einzige, der direkten Zugang zu den Daten hatte. Sie wurden von ihm verfasst. Gnewka hielt es nicht aus, das die Menschen wie Sklaven behandelt und gefügig gemacht wurden. Nun musste er mit Verbannung rechnen und ich mit der Exekution. Da ich unter Hypnose stand, hasste ich Gnewka dafür. Später jedoch war er für mich ein Held. Ich war stolz ihn gekannt zu haben.
Mein Kampfeswille war stärker als die Gedankenformung, und ich beschloss, in den Widerstand zu gehen. Dafür musste ich aber erst einmal zurück in meine Dimension. Ich wollte Gnewkas und mein Leben retten.Doch das Schlimmste stand noch bevor. Die Gorkons sollten bald einen Weg finden, ihre Raumschiffe in die andere Welt zu fliegen. Sie wollten ihren Siegeszug nun auch durch die Dimensionen führen, mit allen Mitteln…

Auf dem Weihnachtsmarkt

Mein Schicksal war besiegelt, die Gorkons würden mich hinrichten. So beschloss ich, ein letztes Mal über den Weihnachtsmarkt zu schlendern, oder sollte ich sogar hier bleiben? Es war so schön, dass ich alles vergaß. Menschen gingen durch die Straßen. Es herrschte ein geschäftiges Treiben. Die Tauben pickten nach allem Essbaren, aber meistens waren die Spatzen schneller. Keiner hatte Zeit, nicht mal die Vögel. Kaum war’n sie da, war’n sie schon wieder weg. In meiner Welt wurde vor vier Jahren das letzte Mal “gewählt”, danach regierten die Gorkons mit eiserner Hand.
Die Regierungen kooperierten mit den Besuchern aus dem Weltraum. Doch hier war es anders.
Auf einmal, wie aus heiterem Himmel, kam ein Junge auf mich zu. “Hallo Dad, können wir nicht länger hier in Deutschland bleiben?” fragte mich ein Junge, der große Ähnlichkeit mit mir hatte.
Hatte ich in dieser Dimension einen Sohn? “Hallo Kurzer, du musst mich mit jemanden verwechseln.”, hätte ich lieber nicht sagen sollen. “Machst du Witze? Ich werde ja wohl noch meinen Vater erkennen!” brüllte der zehnjährige Junge. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es war das Kind, was zusammen mit meiner Frau im Dschungel verschollen war, nach dem Flugzeugabsturz.”Entschuldigung Kleiner, das war ein dummer Scherz von mir. “Wenn du willst, kaufe dir ein Eis.” Das Problem war nur, woher sollte ich wissen, wo ein Eis-Café ist? “Geh’ ruhig vor!”, meinte ich. “Also manchmal kommst du mir ganz schön komisch vor. Aber so bist du nun mal. Geil, dahinten gibt’s Kartoffelpuffer. Die lange Zeit im Dschungel schmeckten mir Eidechseneingeweide am besten. Aber das war mal…” sagte er lachend. Das hieß also er war im Dschungel aufgewachsen. Vielleicht lebte auch er in meiner Dimension dort und hatte von der Invasion gar nichts mitbekommen.

“Weißt du Paps, man kann bei uns nicht sagen, dass unser Leben langweilig wird: Korrupte Politiker, Außerirdische, alles Mögliche halt. Und fast jeder hält dich für verrückt, aber eben nur fast”, sagte mein Sohn frech. Doch ich kannte immer noch nicht seinen Namen. Dann kam ein junger Indio: “Hallo Greg, hi Hunter, hast du jetzt wieder Zeit?” “Ich hatte es vorhin eilig, viel zu tun.”, meinte ich. “Eigentlich wollten wir doch Eis essen, Greg.” “Puffer schmecken mir besser.” “Wenn du meinst. Mir schmecken Reibekuchen auch.”, sagte ich.

Zwei Väter

Hi, mein Name ist Greg. Fast mein ganzes Leben verbrachte ich im brasilianischen Regenwald. Als meine Mutter mit mir schwanger war, stürzten sie und mein Vater mit dem Flugzeug ab. Meine Mutter dachte er sei gestorben und Chris Hunter, mein Vater, hielt uns für tot. Erst als ich 10 war lernte ich meinen Vater kennen. Und nun waren wir beide in Rostock. Ich erzähle euch diesen Teil der Begebenheit. Heute hatte mein Vater nicht alle Tassen im Schrank. Er benahm sich komischer als sonst. Er tat so, als würde er mich nicht kennen. Irgend etwas Seltsames ging hier vor. Das würde ich noch herausfinden. “Hey Hunter, was hast du denn den ganzen Tag gemacht. Wolltest du dich nicht erholen?”, fragte ich ihn. “Na ja, du weist ja wie das ist. Wie war die Frage?” Hunter war nicht ausgelastet. “Heute ist wohl nicht dein Tag.”, sagte Chico, mein bester Freund, ein Indio. Da steckte mehr dahinter. “Hallo Leute, toller Tag.”, hörte ich ein weit entfernte Stimme rufen. Ich drehte mich um und konnte es nicht glauben: Da stand Hunter.
“Ich glaub’ mich tritt’n Pferd!”, das konnte nicht sein. “Da, da hinten!” – “Was meinst du?” – “Da ist Hunter!” – “Unsinn, der sitzt doch hier”, Chico glaubte es nicht. Doch dann stand der zweite Hunter vor uns.

Auf der Flucht

Gestatten, Chico mein Name, ich habe schon viel erlebt. Doch das heute, setzte allem die Krone auf. Ein Hunter ist schon genug, aber gleich zwei. Der eine war geflohen, deshalb wusste ich, dass er das Double war. Ich sagte zu Hunter: “Bleib’ du hier, wenn du mitkommst, könnten wir euch verwechseln. Ich laufe eine Abkürzung. Du Greg, läufst ihm direkt nach!” Damals wusste ich nicht, dass wir Hunter, aus der anderen Dimension, noch häufiger treffen würden. Ich rannte durch den “Hopfen Markt”, während Hunter neben dem “Rostocker Hof” entlang lief. Aber Greg war schneller zu Fuß als ich. Er holte Hunter ein, doch das konnte ich nur von weitem erkennen. Als ich bei ihnen war, redete Hunter wie ein Wasserfall.

“Das kannst du mir nicht erzählen, Joschka Fischer im Widerstand? Mich wundert aber wirklich inzwischen gar nichts mehr.”, sagte Greg “Worum geht’s?”, fragte ich. “Der hier kommt angeblich aus einer anderen Dimension. Dort haben die Gorkons die Menschheit versklavt.”, rief er mir zu. “Da gefallen mir die Gorta besser. Sie wollen nur die Menschheit ausrotten, weil wir dabei sind, die Natur zu vergiften und den Planeten zerstören.”, erwiderte ich. “Rede nicht so!”, Greg mochte meine sarkastische Art nicht. Eigentlich glaubten wir ihm beide nicht. Aber wie Greg schon meinte: Alles ist möglich, und wie konnte man es anders erklären. Aber er hätte uns fast ausgeliefert. Andererseits stand er ja unter Hypnose. Das sah man ihm sogar an. Zum Glück hatte er die Kurve gekriegt.”Und du willst jetzt tatsächlich in den Untergrund abtauchen und kämpfen?”, fragte Greg. “Es ist sehr gefährlich. Aber einer muss sich den Gorkons entgegenstellen. Viel zu wenig sind im Widerstand!”, erzählte Hunter besorgt.“Am besten wäre, wenn du das System von innen heraus bekämpfst. Du kannst für sie arbeiten und geheime Informationen raus schmuggeln.”, riet ich ihm. Hunter sagte: “Leider geht das nicht. Zu Hause droht mir die Hinrichtung, weil ich meinen Auftrag nicht erfüllt habe.” Greg fragte: “Gibt es mich in deiner Dimension auch?” – “Mein Sohn ist damals mit seiner Mutter mit dem Flugzeug abgestürzt. Ich weiß nicht, ob sie überlebt haben. Wenn ja, geht es ihnen besser als den meisten anderen.”, Antwortete Hunter. “Deine Dimension ist unserer sehr ähnlich.”, meinte ich. Greg konterte: “Das haben Dimensionen so an sich.” Ich stellte die Frage: “Wann musst du wieder zurück?” – “Oh mein Gott, es sind nur noch 5 Minuten, bis sich der Teleporter aktiviert.”, schrie Hunter…Seine Ausrüstung, die er mitgebracht hatte, stand in der Nähe der Rostocker Stadtmauer. Nur noch drei Minuten: Hunter rennt, die Uhr läuft. Dann sahen wir die Maschinen mit fremden Schriftzeichen und glaubten ihm die Sache. “Nun wird es wohl Zeit sich zu verabschieden”, hatte Hunter gesagt und schon gab es einen gewaltigen Blitz. Greg versuchte trotzdem noch ihm die Hand zu geben. Das war sein Fehler, denn eine ungeheure Kraft zog ihn in einen Strudel. “Nein Greg! Nein!”, rief Chico, doch es war schon zu spät.

Die Katastrophe

Nun kam ich, der Christoph, dazu. Es war etwas Furchtbares geschehen, mein Sohn war vor meinen Augen verschwunden. Ich hatte es aus einiger Entfernung gesehen. Keiner glaubte mir, obwohl ich mit meinem indianischen Freund Chico alles mit angesehen hatte.
Er war jedoch nicht so durchgeknallt wie ich. Ja, ich weiß, es hört sich komisch an, wenn ich so was sage, aber wenn jemand durch die Straßen rennt, und brüllt: „Die Aliens werden kommen!“, dann verstehe ich schon, warum man ihn einweist. Doch sie wollen uns ja wirklich erobern und mein Sohn war weg. Chico wusste das auch, aber er war auf dem Boden der Tatsachen geblieben und vertraute darauf, dass Greg bald wieder zurückkommen würde. Ein Krankenwagen fuhr mich damals, am 1. Dezember 2007 in die Gehlsdorfer Nervenklinik. Ich war ja wirklich ganz schön schräg drauf. Ich hätte es mir wohl selbst nicht geglaubt. Doch ich sollte einen neuen Freund kennen lernen, Marco, ein netter, trotzdem seltsamer Typ. Die Fahrt war lang, überhaupt schien die Zeit fast nicht zu vergehen. Das ich in eine Nervenklinik kommen sollte, wusste ich noch nicht. Zuerst stand das Arztgespräch an.

Das Arztgespräch

Als ich in der Klinik ankam begrüßte mich ein Arzt, mit Namen Theodor Lyck, ein junger, normal gebauter Doc mit blondem Seitenscheitel. „Warum Sind Sie Ihrer Meinung nach hier? Herr Hunter ist ihr Name, nicht?“ – „Ja, Herr Lyck…“, wütend meinte er: „Das heißt Herr Dr. Lyck! Jetzt weiter“ – „Mein Freund Chico macht auch bald sein Diplom in Sprachwissenschaften…“, fing ich an und wurde wieder unterbrochen. „Richtig, er hat uns erzählt, dass Sie in Rostock waren, um ihm und Ihrem Sohn Ihre Heimatstadt zu zeigen. Er meint, Sie sind ein ganz besonderer Mensch, so wie ihr Sohn. 1997 sind Sie und Ihre Frau mit einer Passagiermaschine über dem brasilianischen Regenwald abgestürzt. Ihre Frau bekam ihren Sohn im Dschungel.
Erst als er neun Jahre alt war, lernten Sie sich kennen, da Sie bei dem Flugzeugabsturz getrennt wurden. Dass war sicher eine enorme Belastung. Sie sollen drei Jahre lang allein im Regenwald verbracht haben. Hatten Sie damals schon Halluzinationen?“Ich meinte: „Ich bin doch nicht verrückt, Herr Lyck.“ – „Das sage ich auch gar nicht. Und es heißt…“ – „Ja, ich weiß, Herr Doktor. Haben Sie schon mal von den Illuminaten gehört? Oder sind Sie auch ein Teil der Verschwörung?“ –  Er sagte mit einem Stirnrunzeln: “Das wohl eher nicht. Meines Wissens nach sind die Geschichten, die sich um die Illuminaten ranken eher fiktiv. Sie sind auch nicht der einzige, der sich in diesen Verschwörungstheorien verlor. Sie kennen doch sicher Karl Koch. Sein Leben wurde sogar verfilmt. Wie hieß der Film doch gleich?“ – „23 – Nichts ist wie es scheint“, das wusste ich natürlich: – „Aber da kam nichts von Außerirdischen vor.“, meinte der Lyck „Es gibt sie aber! Ich habe sie selbst gesehen!“ – „Sollten wir nicht über Ihren Sohn reden?“ – „Das meine ich doch, mein Sohn und dieser andere Hunter sind in einer Dimension, in der die außerirdischen Gorkons schon die Menschheit versklavt haben.”

Plötzlich wurde der Doktor von einer Schwester gerufen. Er sagte mir, ich solle erst mal in mein Zimmer gehen. Ich sah auf dem Weg eine andere, allerdings ziemlich grimmig aussehende Schwester, mir war’s egal. Ich wollte von ihr wissen, wo mein Sohn ist. Sie sagte: „Nerven Sie nicht, gehen Sie auf ihr Zimmer! Ihr Zimmernachbar heißt Herr Freese.“
Die Frau hätte ruhig ein bisschen netter sein können und hübsch war sie auch nicht. Bei vielen anderen Schwestern war das anders in beiderlei Beziehung.

Der neue Zimmernachbar

Dann traf ich auf meinen Zimmernachbarn. Er sah überglücklich aus. Ich stellte mich vor. Total freundlich und überschwänglich sagte er: „Fröhliche Weihnachten, ich bin der Marco!“ – „Ich kann mich an Weihnachten gar nicht erfreuen, Marco. Mein Sohn ist weg und ich bin hier!“ – „Was? Wie? Erzähl!“ Und ich erzählte ihm meine Geschichte. Zwischendurch unterbrach er mich,. Er erzählte, dass ihm sein großer Bruder Timo seltsame Briefe hinterlassen hatte nachdem er von zu Hause weggelaufen war, in denen er über Entführungen durch Außerirdische berichtete, die sich Gorta nannten, graue kindsgroße Wesen, mit großen schwarzen Augen. Er hatte in einer fremden Sprache Zeichen auf Papier gekritzelt bevor er verschwunden war. Das letzte Mal wurde er 1997 in Berlin gesehen. Ich konnte es nicht glauben, in den Medien fiel nie dass Wort „Gorta“. Wie konnte er davon wissen? Er meinte zu mir: „Hunter, du erzähltest doch auch von dieser anderen Dimension.
In meiner psychotischen Phase, so nannten es jedenfalls die Ärzte, war ich auch in einer Parallelwelt. Und heute ist mir ein Engel erschienen.“
Vor einem Jahr noch hätte ich das alles nicht geglaubt. Jetzt ist es anders. Und selbst wenn er es sich eingebildet hatte, für ihn war’s real. Nach fast einem Monat im Krankenhaus habe ich nun erkannt, dass diese Menschen mit seelischen Handicaps hoch sensibel und kreativ sind. Und ich habe einen neuen Freund gewonnen, Marco.
Ich erholte mich schnell, bekam aber auch Medikamente. Ich glaube sogar, dass das gar nicht schlecht war, auch wenn ich sie öfter mal absichtlich vergaß.

Das Wiedersehen mit Greg

Am 24. Dezember geschah es: Mein Sohn kam zurück. Ich lag morgens noch im Bett, war ja auch erst 6:00 Uhr. Eine Schwesternstimme sagte sanft: „Hallo Herr Hunter, aufwachen! Ich weiß, es ist noch früh und auch keine Besuchszeit. Über diesen Besuch freuen Sie sich aber bestimmt. Also raus aus den Federn!“, ich war richtig müde. „Wer kann das denn jetzt schon sein, Schwester?“ – „Das wird noch nicht verraten!“ Ich war so aufgeregt und fragte: „Ist es…“ – „Hallo Paps! Du hast mich sicher schon vermisst.“, lachte Greg. „Das kann doch nicht wahr sein, am heiligen Abend stehst du vor mir. Das ist das beste Geschenk, das ich je hatte! Ich schloss ihn in die Arme. Es war so wunderschön und das Beste war: Es fing auch noch zu schneien an. Dies war das schönste Weihnachtsfest, das ich jemals gefeiert hatte. Und Greg erzählte mir was er alles erlebt hatte, zum Glück meinten die Ärzte, er hätte viel Fantasie, sonst hätte er womöglich auch noch hier bleiben müssen. Er erzählte mir sogar, das er durch die Zeit gereist war, aber das ist eine andere Geschichte…

Fortsetzung folgt…

Bitte folgt und liked uns!

Erfahrungsbericht: In der Jugendpsychiatrie

IN DER JUGENDPSYCHIATRIE

Langsam aber sicher merkte ich nicht mehr, was um mich herum geschah. Stattdessen war ich der Meinung,außerirdische Signale aus dem Fernsehen zu erhalten.
Am nächsten Tag fuhr ich mit meiner Mutter zur Jugendabteilung der Nervenklinik in Gehlsdorf.

In der Klinik kam es mir wie in einem Ferienlager vor, doch wie sagte mal der Assistenzarzt:“ Das ist hier kein Ferienlager, das ist eine Klinik!“ Mein Zustand hatte sich innerhalb einer Woche wieder fast völlig normalisiert. Ich freundete mich auch mit vielen der Patienten an.

Trotzdem war es mir peinlich, dass ich in der „Klapsmühle“ gelandet war. Als ich dann zweieinhalb Monate in der Klinik verbracht hatte, sollte ich auf die Gehlsdorfer Realschule gehen, um wieder mit dem Alltag konfrontiert zu werden.

DIE LÜGE

Als mich die Englisch-Lehrerin empfing, fragte sie, warum ich nur so kurz auf die Schule ginge, „Wohnst du gerade bei deiner Oma, oder so?“ Ihr erzählte ich die Wahrheit, sie hatte mir jedoch eine gute Geschichte für den Rest der Meute geliefert.

Ich verstand mich gut mit den Schülern dieser 8. Klasse, besonders mit meinem Banknachbaren,mit dem ich schon fast Freundschaft schloss. Nur die Lüge stand zwischen uns und es war sehr belastend. Ich musste beispielsweise, um nicht entdeckt zu werden, immer zwei Stationen früher aus dem Bus aussteigen. Damals war an der Haltestelle, an der eine komische Frauenstimme zu sagen pflegt: “Nächster Halt: Gehlsheim Klinik“ noch keine Wohnsiedlung.
Mir fiel das Lügen immer schwerer und ich hatte ein schlechtes Gewissen, zumal es mir so vorkam, als würde ich Fuß in der Klasse fassen. Ich fühlte mich mies, aber war schon zu sehr in das Lügengestrüpp verfangen. Wahrscheinlich war das auch der Grund für meinen Rückfall.

MEINE ZWEITE ODYSSEE

Nach einem Wochenende, dass ich, wie schon drei zuvor,zu Hause verbrachte, fühlte ich schon, dass es wieder so weit war. Mit meinem besten Freund und meiner Mutti war ich im Zirkus. Dort tanzten die Lichter durch die Manege. Ich empfand es als enormen Stress.

Die Scheinwerfer im Zirkus sahen genauso aus, wie damals das Raumschiff vor meinem Fenster. Ich bekam wieder komische Gedanken. Den Ärzten der Klinik blieb das natürlich nicht verborgen.
Am Dienstag setzte ich mich mit der Fernbedienung vor den Fernseher und schaute im Videotext nach Signalen der Aliens. Diesmal war es nicht so schlimm wie beim ersten Mal, es reichte trotzdem. In die Schule wurde ich natürlich nicht gelassen.

Meinem Zimmernachbarn, war es sehr wichtig, das ich zu Schule ging, er wollte nicht wahrhaben, dass ich wieder krank war und sagte voller Überzeugung: „Wenn sie dich morgen nicht rauslassen, kletterst du aus dem Fenster, wir helfen dir.“

Ich muss dazu sagen, dass es so um die zehn Meterhoch, also auch sehr gefährlich, gewesen ist. Ich überlegte die ganze Nacht, ob ich das tun sollte. Ich entschied mich dagegen.

Nun wurde ich täglich gespritzt, da meine Medikamente umgestellt werden mussten. Während dieser Umstellung auf Zyprexa passierte wieder etwas merkwürdig gesund auch für mich belastendes. Ich begann die Zeit intensiver wahrzunehmen. Es war als wenn sie langsamer verging, viel langsamer.
Ich hatte während dieser Zeit ein sehr mulmiges Gefühl in der Magengegend. Aber zum Glück dauerte das Ganze nur drei Tage. Es kam mir wesentlich länger vor. Danach war ich wieder normal. Na ja, was ist schon normal?

DAS HAPPY END?

Nun musste ich wieder in die Gehlsdorfer Schule. Dummerweise war mein Lügengerüst eingestürzt. Ich denke mal, die Direktorin dachte, es wissen sowieso alle und hat dann berichtet, dass ich einen Rückfall hatte. Natürlich freuten sich alle, dass es mir besser ging,andererseits war mein Kumpel Christoph sauer, dass ich ihn belogen hatte. Mensch,wieso hast du nicht gleich gesagt, dass du aus Gehlsheim kommst. Ist doch nicht so schlimm. Wir hatten schon öfter welche in der Schule. Die sind doch in Ordnung, genau wie du.“, sagte er. Mit dieser Reaktion hatte ich nicht gerechnet. Eigentlich war ich darüber froh, dass es
herausgekommen war. Meinen 15. Geburtstag verbrachte ich noch in der Klinik. Zwei Wochen danach wurde ich entlassen.
In meiner Schule wurde ich gut aufgenommen, auch wenn hinter meinem Rücken über mich gelästert wurde. Den würde ich es zeigen, dachte ich mir und machte einen qualifizierten Realschulabschluss.
Auch meine anschließende Ausbildung absolvierte ich mit einem guten IHK-Abschluss.
Leider hatte ich während der Ausbildung zum Bürokaufmann noch zwei Rückfälle.
Ich muss dabei zugeben, dass ich es regelrecht genoss, wenn ich manisch war. Es war ein tolles Gefühl der Euphorie, ich konnte die ganze Welt umarmen. Das kann ich nach der Therapie wieder!

von Christian Kaiser

 

Bitte folgt und liked uns!

KOLUMNE: Digedags als Trickserie – Die Helden des Mosaiks

DDR-Comic als Film

Die Digedags -- das war die Antwort der DDR auf Micky Maus. In der DDR waren Comics allerdings verboten. Das kann man sich heute gar nicht vorstellen! Der Trick war einfach, das man die Comics, die in der DDR erschienen, als Bildergeschichten bezeichnete. Der Zeichner Hannes Hegen veröffentlichte das erste Mosaik-Heft 1955, das letzte 1975. Danach folgten die Abrafaxe. Jetzt soll es eine Digedags-Serie geben!

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/ddr-comic-als-film-100.html

Es gab auch einen Film mit den Abrafaxen der inzwischen auch schon fast 18 Jahre alt ist. Er kommt aus dem Jahr 2001, ist also fast volljährig. Jetzt sollen die Abenteuer der Digedags verfilmt werden. So wie auch im Abrafaxe-Film, sind die Figuren sehr modern anzusehen, was einige der alten Fans bestimmt ärgert. Ich musste mich auch erst daran gewöhnen, freue mich aber schon auf die Serie, die 2021 ins TV kommen soll!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
https://marvistamedia.de/

Inzwischen gibt es schon das 750 Heft der Mosiak-Reihe, Es gab 229 Hefte mit den Digedags und 521 Hefte mit den Abrafaxen. Dieses Jubiläum wurde aber meiner Meinung nach nicht genug gewürdigt!! Da gebe ich dem YouTuber Kaine recht! Ich hätte mich sehr gefreut, wenn es ein besonderes Cover gegeben hätte und auch die Digedags mehr einbezogen worden wären. Und ein Bericht über dieses tolle Serien-Projekt hätte doch fantastisch ins neue Mosaik gepasst! Also hier Kaines Meinung:

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Aber es ist sagenhaft auf eine so lange Geschichte zurücksehen zu können und daher Herzlichen Glückwunsch an die Macher und Leser des Mosaiks! Denn ohne die Treue der Leser hätte dieses tolle Projekt nicht weiterbestehen können! Nach der Wende 1990 wäre das Mosaik fast von der Treuhand abgewickelt worden, aber die Macher schaften es weiterzumachen! Und so erscheint das Mosaik ohne Unterbrechung seit 1955 ununterbrochen.

Danke an die Künstler und Mitarbeiter!

Euer Fan Christian Kaiser

Bitte folgt und liked uns!

Zukunft der psychiatrischen Versorgung

EX-IN und die Zukunft des Gesundheitswesens

In der deutschen Psychiatrie-Landschaft gab es lange Zeit keine Einbeziehung Psychiatrie-Erfahrener. Mit EX-IN ändert sich das nun. In diesem Artikel sollen die Chancen aber auch die Herausforderungen für Mitarbeiter in der Sozialpsychiatrie dargestellt werden.

 von Christian Kaiser

Die EX-IN-Ausbildung

Die EX-IN-Ausbildung schließen die Teilnehmer auch hier in M-V mit dem Zertifikat: Experten durch Erfahrung in der Gesundheitsversorgung, ab. Sie beschäftigen sich damit, wie ihre Krise ausgelöst wurde, wie sie sie erlebten und was sie von innen und außen unterstützt hat herauszukommen. Also sie erlernen das Leben mit allen Einschränkungen zu leben. Die Teilnehmer erfahren auf diesem Weg, dass sich nichts ändern kann ohne, dass sie nicht selbst etwas dafür tun. In der Ausbildung erlernen sie diese Erfahrung einzusetzen um andere Betroffene zu unterstützen.

Herausforderung in der Zusammenarbeit:

Gerade zu Beginn ist die Rolle des Genesungsbegleiters ungewohnt und es können Irritationen und Unsicherheiten im Unternehmen auftreten. Es gibt die Frage nach dem Wert der Professionalität und der Erfahrung. Oft können EX-INler, die das Team eigentlich tatkräftig unterstützen sollten, als Klienten gesehen werden. Entsprechend wird auf sie reagiert, auch von „echten Klienten“. Eine Gefahr ist auch, das der Begleiter nicht ausreichend in die Rolle eingeführt wird, die Bedenken nicht ausreichen gesehen und vor allem die Aufgabenbereiche nicht klar definiert werden. Auch der Anpassungsdruck kann zu Gefahr werden. Doch die Vorteile von EX-IN überwiegen stark!

Chancen durch EX-INler:

Natürlich können EX-INler auch wieder erkranken, doch gerade dadurch zeigen sie das Mensch-Sein durchaus brüchig ist und auch sein darf. Die künstliche Trennen zwischen stark und schwach sowie krank und gesund hilft niemanden, schon gar nicht den psychisch kranken Menschen.

Die EX-INler machen deutlich, das es den Klienten nicht hilft, wenn andere ihnen vorschreiben, was gut für sie ist. Es gilt, dass das die Klienten selbst für sich herausfinden müssen und nicht bevormundet werden sollten. Natürlich müssen Mitarbeiter manchmal die Verantwortung für Klienten übernehmen, doch sie sollte auch wieder zurückgegeben werden.

Chancen für professionell tätige Mitarbeiter und die Organisation

Die Einbeziehung von EX-INlern bietet Anstoß zur Weiterentwicklung und bereichert die Teams und Organisationen:

  • Die gemeinsame Bearbeitung unterschiedlicher Themen führt zu neuen Erkenntnissen bei den Profis, auf die sie sonst nie gekommen wären.

  • Die Achtsamkeit der Mitarbeitenden und der Teams im Umgang mit den Klienten und sich selbst wird durch den anderen Blickwinkel der Genesungsbegleiter erhöht.

  • Durch den Austausch mit Peerbegleitern können sich die Mitarbeiter ihr eigenes Handeln hinterfragen und zu neuen Lösungsideen kommen.

  • Gemeinsam kann herausgearbeitet werden, wie die Wirksamkeit von Angeboten erhöht werden kann. Das Erfahrungswissen ist sehr hilfreich um vor der Übernahme von zu viel Verantwortung, unrealistischen Zielen und zu hohen Qualitätsansprüchen zu schützen.

  • Gelingt die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, bieten die EX-INler die Möglichkeit, die Organisation und die Unterstützungsmöglichkeiten zu reflektieren.

  • Die Verschiedenheit in Rollen und Sichtweisen sowie der Aufgaben kann gelebt und die Achtsamkeit in der Organisation erhöht werden.

  • Unterschiedliche Zugänge zum Klienten bringen neu Wege und Lösungen.

FAZIT:

Die Einbeziehung von Menschen, die durch die Erfahrung mit ihren eigenen seelischen Problemen währen der EX-IN-Ausbildung gelernt haben in der Sozialpsychiatrie erfolgreich mitzuarbeiten, können zur großen Bereicherung werden, wenn man sie nur lässt! Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass selbst einige Betroffene Berührungsängste mit Genesungsbegleitern haben, die schließlich selbst seelische Probleme und eine Diagnose haben. Sie glauben, die sog. Peer-Berater wären selbst zu schwach um zu helfen. Eine solche Ansicht herrscht teilweise auch bei den Profis! Doch es wird bewiesen werden, das sich EX-INler ein großer Zugewinn sind und sich auf Augenhöhe begreifen können!

Bitte folgt und liked uns!

Übers Kiffen…

Es war der Sommer 1998 und ich war gerade 16 Jahre alt geworden. Meine damalige erste große Liebe hatte mich erobert und ich war voll des Glücks. In diesem zarten Alter hatte ich alles erreicht, was ich mir ersehnt und gewünscht hatte und alles lag noch vor mir.

Obwohl mir die Zeit mit Chris wichtiger war als die Schule und meine Leistungen darunter litten, sah ich noch keine Probleme auf mich zukommen. Vielleicht verdrängte ich diese auch. Das Glück war groß und reichte allemal aus um kleinere Sorgen zu vergessen. Der Himmel war strahlend blau und wolkenlos für uns. Er zeigte mir Rockmusik aus den 60ern und 80ern, brachte mir erste Akkorde auf der E-Gitarre bei, wir hatten viel Spaß.
Eines Tages bot er mir einen Joint an. Irgendwie war ich skeptisch, hatte ich doch von den negativen Auswirkungen und schrecklichen Geschichten gehört. Ich wusste schon, dass es gefährlich ist so etwas anzufangen. Seine Schwärmereien darüber und Beteuerungen es täte gut, räumten meine Zweifel aus und ich probierte es.
Ich zog 3 mal an der Tüte und plötzlich spürte ich die Wirkung.
Alles veränderte sich. Mir wurde komisch und in meinem Kopf entstand ein großes Durcheinander. Er redete auf mich ein, doch nach 2 Stunden ging es mir immer noch nicht besser. Ich war in ein tiefes Loch gefallen. Endlich bekam ich Limo zu trinken, weil der darin enthaltene Zucker den Wirkstoff THC neutralisieren sollte. Langsam klang der Horrortrip ab und ich beruhigte mich, fand wieder zu mir.
Trotz der schlimmen Erfahrungen kiffte ich weiter. Ich konnte nicht einsehen, dass es mir nicht gut tat.
Irgendwie glaubte ich durch das Kiffen etwas zu finden, oder auf etwas zu kommen. Was es genau war, was ich suchte… das weiß ich nicht. Irgendwas muss es geben, glaubte ich. Ich konnte nicht aufhören und brachte das schlechte Gefühl nicht mit dem Kiffen in Verbindung.
Nach 2 Jahren trennten Chris und ich uns und ich hörte auf. Wieder 2 Jahre später wachte ich eines morgens auf und alles war anders.
Meine Wahrnehmung, alles fühlte sich seltsam fremd an.
Dies war der Moment des Beginns meiner Psychose. Doch das ist eine andere Geschichte.

Dies ist ein Erfahrungsbericht über Canabisrauchen und soll aufklären. Im Jahr 2006 hatte ich vom Kiffen eine Psychose. Ich versuche meine negativen Erfahrungen dadurch nicht zu bereuen, sondern das beste aus meinem Leben zu machen.

Zeichnungen und Text: Claudia

Bitte folgt und liked uns!

Erfahrungsbericht: Entführt von Außerirdischen?

Ich heiße Christian und wurde 1982 in Rostock geboren. Ich war schon immer ein sehr phantasievoller Mensch und malte schon im Kindergarten Sternenkarten mit erdachten Sonnensystemen. Von Außerirdischem Leben war ich schon damals fasziniert. Mein Bruder Silvio glaubte eher weniger daran, durch ihn lernte ich aber Star Trek kennen und er erklärte mir inKind- gerechter Sprache physikalische Zusammenhänge, wie die Relativitätstheorie als ich fünf Jahrealt war.
Eines Nachts im Jahre 1989, ich war sieben, hatte ich meine erste Begegnung mit einem Außerirdischen, zumindest war ich damals fest davon überzeugt. Was sollte es sonst gewesen sein? Als ich aus einem Traum mit vielen extraterrestrischen Wesen, die wie Kraken mit menschlichen Augen aussahen und über meinem Bett schwebten, erwachte, sah ich, dass vor meinem Bett eines dieser purpurnen Wesen mit rundlich spitz nach oben laufenden Kopf und acht Tentakeln stand, welches mich erstaunt ansah. Ich schrie sofort und es schrie mit einer Stimme ähnlich eines Delfins. Dann lief es zur Seite weg und ich erinnere mich nicht mehr an weiteres, die Zeit fehlt mir, das passierte später häufiger bei solchen außergewöhnlichen Erlebnissen. Dieses Erlebnis bestärkte mich in meinem Glauben an Aliens.
Ich ließ mir danach keine Dokumentation über Außerirdische und UFOs entgehen und war fasziniert von diesem Thema. Jedoch auch von vielen anderen, wie Naturschutz, vor allem dem Schutz der Regenwälder Südamerikas. Außerdem zeichnete ich Comics, und tu es immer noch. Fixiert war ich also nicht auf Extraterrestrisches Leben. Obwohl sich gerade in meinen Comics und Kurzgeschichten, diese und spätere Erlebnisse widerspiegeln. Was man auch hervorheben könnte ist, dass ich schon im Alter von acht Jahren, im Jahre 1990, Geschichten über Mumien in Maya- Pyramiden schrieb.

1991 mit neun Jahren brach ich ins Eis ein und habe seitdem eine Körpertemperatur meist zwischen 34,6 bis 35,4 °C. Als ich zehn war, wurde alles noch mysteriöser. Ich träumte, dass ich mich an Bord eines UFOs, mit kleinen grauen Männern, die große schwarzen Augen hatten und sehr zerbrechlich wirkten, irgendwie telepathisch verständigte. Dort an Bord waren zwei Graue. Sie zeigten mir ihr Raumschiff mit vielen verschiedenen außerirdischen Tier- und Pflanzenarten. Dabei sah ich auch das krakenähnliche Wesen, vor dem ich nun jedoch keine Angst mehr hatte, und was ich sogar in die Hand nehmen durfte.
Einer dieser Grauen wirkte auf mich irgendwie negativ gestimmt. Als ich ihn in die Augen schaute bekam ich ein Gefühl in der Bauchgegend, dass bis heute immer noch nicht richtig weg ist. Außerdem hatte ich eine Art Vision mit einer Atombombenexplosion verschieden Kriegsschauplätzen und toten Tieren und Pflanzen, einer verwüsteten Erde. Der Mensch als Zerstörer. So bezeichneten sie uns auch, als zerstörerisch und dumm.
Sie erklärten mir telepathisch, dass wir Menschen dabei sind unseren Planeten zu schaden, fast zu zerstören und alle anderen Arten gefährden. Das wusste ich zwar, spielte mich aber als Verteidiger der Menschen auf. “Es sind ja wirklich auch nicht alle so und wir können uns ändern.” Laut dieser Extraterrestrischen Besucher war ihre Mission, die Gleiche, die auch die Arche Noah hatte. Sie sahen ihre Aufgabe darin jede Art im bekannten Raum vor dem Aussterben zu schützen und wussten dass, wenn wir so weitermachen, wir auch bald dran sein würden und uns nicht mehr viel zum Armageddon, das wir selbst herbei führen könnten, fehlt. Danach sah ich ein furchteinflößendes Wesen, das wie eine Mischung aus Reptil und Mensch aussah. Danach und zwischendurch sowie davor fehlt mir die Erinnerung. Das ist für Kontakte mit E.T.s komischerweise normal.

Was für mich sicherlich einschneidender war war das Erlebnis im Jahre 1993. Es kam zu einem fast tödlichen Verkehrsunfall meiner Mutter, den ich in all seiner Grausamkeit, durch die Augen meines Vaters voraussah und wollte ihr, wie mein Vater zur Hilfe eilen, er zog sie unter dem Fahrzeug hervor, ich kam noch später, als der Krankenwagen wegfuhr. Auch daran fehlte mir lange Zeit die Erinnerung. Es war ein sehr einschneidendes Erlebnis.
Viel später, mit 14 Jahren rutschte ich auf dem Eis aus und knallte auf den Kopf, nichts ungewöhnliches. Doch danach fing es im Laufe des Tages an: Ich sah farbigen Lichtschein um Menschen, teilweise auch um Tiere und Pflanzen. Ich dachte es wäre ultraviolettes Licht. Heute glaube ich manchmal es wäre die Aura, die ich sehen kann.

Ich muss zugeben, dass ich im Laufe der Tage, Sachen und Dingen eine Bedeutung und einen Zusammenhang beimaß, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun hatten. Ich benahm mich immer merkwürdiger. Das bekamen auch meine Freunde mit. Auf dem Rückweg vom Konfirmandenunterricht passierte es dann. Ich rutschte noch mal aus und stürzte wieder mitten auf den Kopf. Danach tat ich etwas sehr seltsames: Ich sang ein Lied in einer anderen Sprache. Damals war ich der Meinung, das sei die Sprache der Maya. Teilweise übernahm ich auch ihre Schrift, gerade bei den Zahlen, so schrieb ich in Mathematik eine fünf, weil ich die fremde Sprache benutzte. Es war lustig, hinter den fremden Schriftzeichen stand überall “sachlich falsch”, von meiner Mathematiklehrerin dahin geschrieben, die sich keinen Reim darauf machen konnte.
Das komische war jedoch, das mich nicht alle in der Klasse für einen Spinner hielten. Einige glaubten mir sogar, dass ich entführt wurde, so wie eine Klassensprecherin. Es war unheimlich und mysteriös. Die Klassensprecher machten sich allerdings natürlich auch Sorgen, genau wie die Lehrer. Denn, wie gesagt, in Arbeiten schrieb ich nur noch geheimnisvolle Symbole, die meiner Meinung nach aber außerirdische Zeichen waren. Keiner wurde mehr aus mir schlau.Die Vertrauenslehrerin holte mich mit zwei
Klassensprechern zu einem Gespräch. Ich sprach in Rätseln. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich schon, ich hätte alle Rätsel der Menschheit entschlüsselt. Doch in Wirklichkeit war ich aber zu einem Rätsel für meine Mitmenschen geworden. All diese Erlebnisse sollten mich bis zum Irrsinn und zurück befördern. Doch ich frage mich oft, was ist schon normal?

Christian Kaiser

Bitte folgt und liked uns!