STORY / HÖRSPIEL: Hunters Weihnachtsgeschichte

Hier das Hörspiel zur Story:

 

Die andere Dimension

von Christian Kaiser

Es war ein grauer, verregneter 1. Dezember im Jahre 2007. Aber nach Vorweihnachtszeit war hier keinem zu Mute. Die Vögel hatten sich an diesem grauen, verregneten Tag einen Unterstand gesucht. Nur die Bäume standen weiter alt ehrwürdig an ihrem Platz, ohne sich stören zu lassen. Kein Mensch hätte freiwillig das Haus verlassen.
Ich musste. Mein Name ist Hunter, und ich hatte einen Auftrag bekommen. Lieber würde ich zu Hause sitzen und faulenzen. Mit einer Tüte Chips vor dem Fernseher, die Beine auf die Couch gelegt, und ein kühles Bier, so lässt es sich leben, gerade am Samstag. Als ich noch Jäger war, konnte ich mir meine Zeit selbst einteilen. Aber das ist nun schon lange her, zehn
Jahre ungefähr. Ich liebte meinen Job. Er war mein Leben…

Das zählt jetzt nicht mehr. Die Gorkons hatten es geschafft, unseren Planeten zu erobern. Ihren eigenen haben sie unbewohnbar gemacht. Aber wir waren auch nicht besser. Die Gorkons versprachen, hier alles besser zu machen. Und so erschlichen sie sich das Vertrauen bei den Politikern. Das war vor sieben Jahren. Nun leben nur noch 1 Milliarde Menschen und Zeichnungen und 7 Milliarden Gorkons hier auf der Erde. Der Rest der Menschheit arbeitet in Strafkolonien auf dem Mars. Tausende, die anders dachten, wurden hingerichtet. Weil mir das nicht geschehen sollte, arbeite ich nun für die Außerirdischen.Mein heutiger Auftrag war harmlos. Ich sollte, mit dem Teleporter, einen Ausflug in eine andere Dimension machen und diese Welt auskundschaften. Glücklicherweise konnten die Gorkons nur eine begrenzte Anzahl an Lebewesen in andere Welten schicken und das brauchte enorm viel Energie. Deshalb konnten sie dieser Erde nichts antun. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…

Nach einem langen Fußmarsch kam ich in der Zentrale an. Menschen durften keine fahrbaren Untersätze benutzen. Meinen Genauerweise hatte ich immer dabei. Ohne ihn wäre ich sofort auf dem Mars gelandet. Im Vorraum wurde ich durchgecheckt. Die Gorkons reagieren sehr empfindlich, gegenüber allen Krankheitserregern.
Ich traf auch gleich meinen Chef, den Wendehals Otto Shily. Er hatte sich ein Ölimperium aufgebaut. Das Öl verkaufte er an den Meistbietenden, natürlich illegal, wozu brauchen Menschen Öl oder Benzin? “Hallo Chris. Heute war wieder ein Tag. Wir Politiker haben einen 24 Stunden Tag, 7 Tage die Woche. Guido Westerwelle hat es richtig gemacht, leitet das Arbeitslager Nord E129. Bist aber ein bisschen später Hunter.” meinte Otto. “Sie vergessen wohl, dass ich keinen Raumkreuzer habe, ich darf sowas ja noch nicht einmal fliegen”, erwiderte ich.
“Geh’ an die Arbeit!” schrie Schily und ging. Ich musste an Joschka Fischer denken. Ich hatte es viel besser als er. Als Oberhaupt des deutschen Widerstandes musste er jeden Tag mit der Hinrichtung rechnen.

Manchmal frage ich mich, warum ich diesen Weg gewählt habe. Warum helfe ich den Aliens? Irgendwann werde ich es Ihnen zeigen! Aber wann, wenn nicht heute? Mit diesen Gedanken ging ich die Treppe hinunter, mein Auftrag stand über allem. Denn auf Nichterfüllung stand die Todesstrafe. Das war mein erster Einsatz in einer anderen Dimension. Und ich sollte unglaubliches erleben.
Aber erstmal wartete eine schreckliche Tortur auf mich. Mein Charakter sollte so geformt werden, dass ich den Gorkons bis zum Tode diene, und ihnen blind vertraue…Bei dieser Prozedur erlebte ich tausende Eindrücke zur gleichen Zeit, einfach der glatte Horror. 6-Mal im Jahr musste ich dies über mich ergehen lassen.
Zum Ende dieses Zeitraumes dachte ich immer klarer, aber dass sollte sich nun ändern. Nun galt nur der Dienst an der “großen Sache der Gorkons”. Ich hätte ihnen sogar meine Mutter ausgeliefert.

Die Reise konnte beginnen. Ich sollte herausfinden, ob die Gorkons auch in der anderen Dimension existieren. Hatten Sie dort vielleicht auch Pläne über die Erde zu herrschen? Ich hoffte das auch hier die Gorkons die Menschen “leiten”, von Reue fühlte ich keine Spur. Auch wenn ich meine Gedanken vor Antritt der Reise noch im Kopf hatte, verdrängte ich sie.
Die Außerirdischen Kolonialisten gaben mir das nötige Werkzeug, um die Gorkons auf der anderen Seite ausfindig zu machen. Das Oberhaupt Gowru befahl: “Mache deinen Herren keine Schande. Du wirst Kontakt zu unseren Artgenossen aufnehmen, wenn sie existieren, und es gibt sie.” Und er meinte: “Wir haben wieder Ordnung in eure Welt gebracht. Menschen sind dazu da, um zu dienen. Ihr seid dafür geboren. Das war auch schon früher so.” Gowru kommunizierte telepathisch. “Ich diene den Gorkons. Sie unterwerfen. Sie Regieren. Sie werden siegen. Keiner kann sie aufhalten.” schrie ich voller Überzeugung. “Das wollen wir hören!” sagte Gowru im vorbeigehen, denn er hatte viel zu erledigen.

Nun war ich auf mich gestellt. Keiner konnte mir helfen. Gnewka stellte die Maschine ein. Dann gab es einen gewaltigen Blitz. Alle Farben flackerten auf. Mich durchzogen tausende kleine Zuckungen. Und Sekunden später fand ich mich in einer anderen Welt wieder. Alles war mir vertraut, so wie es früher war, bevor die Gorkons kamen. In meinem Zustand fand ich diese Idylle hässlich. Ich sehnte mich nach den kilometerhohen Metallbauten und den menschenleeren Straßen. Ich war in einem Park gelandet, dem Stadtpark Rostocks, meiner Heimatstadt.
Die Vögel zwitscherten und einige Eichhörnchen turnten durch die Bäume. Aber davon wollte ich nichts wissen. Weil hier kein Mensch war, baute ich das erste Gerät auf. Ich versuchte, mit einer Art Funkanlage, zu prüfen ob sich Gorkon-Raumschiffe in der Erdumlaufbahn befinden. Das konnte schon einige Stunden dauern. Ich beschloss also, in die Stadt zu gehen. Ich schlenderte durch die Straßen und vergaß fast, wozu ich hier war. Langsam packte mich trotz der Hypnose die Sehnsucht nach der guten alten Zeit.

Ich begann alles bewusster wahrzunehmen. Die Menschen wurden mir vertrauter. Auf einmal sagte ein Junger Mann: “Hallo Hunter, du hattest recht, deine Heimat ist Top, besonders der Strand.” Ich sagte nur: “Sorry, ich muss weiter.” Langsam musste ich zurück in den Park, die Stunden waren schneller vergangen als mir lieb war. Schweren Herzens kehrte ich zurück. Ich hätte meinen Auftrag am liebsten nicht erfüllt. Als ich beim Gerät ankam, erwartete mich Schreckliches. Die Gorkons waren hier, aber zum Glück nur drei Schiffe, doch es waren auch andere Schiffe da, die der Gorta. Ich sollte die Gorkons davon unterrichten, wie sie sich der Welt Untertan machen. Mir wurde bewusst, dass ich das Ende der Menschheit einläuten sollte…

Ich musste es tun, mein Leben hing davon ab. Also versuchte ich Kontakt aufzunehmen. Plötzlich hörte ich ein Geräusch. Es raschelte in den Büschen. Als würde jemand immer näher kommen. “Was machen Sie hier?”, hörte ich eine Stimme fragen. Jetzt musste mir etwas einfallen: “Ich führe hier Messungen durch. Ich bin vom Amt für Naturschutz.” Nun konnte ich die Person erkennen. Es war ein Polizist, ein Fülliger mit Brille. “Können Sie sich ausweisen? Von Untersuchungen durch das Naturschutzamt habe nichts gehört. Aber das können wir klären, nicht wahr?” Mir musste was einfallen.
Doch dann ging mir der Zufall zur Hand. Der Ordnungshüter stolperte über eine Wurzel und verlor seine Brille. Ich ging zu ihm und mit einem gezielten Tritt war seine Brille Geschichte.“O Gott, das tut mir aber Leid.” rief ich mit aufgesetzter Freundlichkeit. Der Polizist kreischte: “Können Sie nicht aufpassen?! Durch Leute wie Sie, kommen die Beamten in Verruf.”
Ich erwiderte: “Wollten Sie nicht meinen Ausweis sehen?” und holte meinen Genpass aus der Tasche. “Weitermachen!” rief der Polyp und verschwand in den unendlichen Weiten des Stadtparks. Es war wohl doch nicht so schlau, die Gerätschaft in der Nähe der Stadtmauer aufzustellen. Endlich konnte ich eine Nachricht ins All senden. Sie bestand aus Daten die erklärten wie die Gorkons aus meiner Dimension die Erde erobert haben. Das nannten sie “die stille Einnahme des Planeten”. Für einen Moment hatte ich Zweifel an meinem Tun. Doch dann drückte ich den Knopf und sendete die Daten. Nun war das Schicksal der Menschen besiegelt. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. In dem Moment der Übertragung fingen die Raumschiffe der Gorkons verrückt zu spielen. Sie flogen wie wild umher, machten Loopings und innerhalb von Minuten raste schon das erste Raumschiff in ein anderes. Sie verschwanden vom Bildschirm. Ich hatte alles beobachtet und konnte es nicht glauben. Nun gab es nur noch ein Raumschiff. Und das kollidierte mit dem Mond. Jetzt waren alle Anzeichen von Gorkischen Leben in unserem Sonnensystem vernichtet, doch warum?

Ich fand eine Antwort. Wahrscheinlich hatte Gnewka, ein Freund der Menschen, einen Computervirus in die Nachricht eingebaut. Er war der einzige, der direkten Zugang zu den Daten hatte. Sie wurden von ihm verfasst. Gnewka hielt es nicht aus, das die Menschen wie Sklaven behandelt und gefügig gemacht wurden. Nun musste er mit Verbannung rechnen und ich mit der Exekution. Da ich unter Hypnose stand, hasste ich Gnewka dafür. Später jedoch war er für mich ein Held. Ich war stolz ihn gekannt zu haben.
Mein Kampfeswille war stärker als die Gedankenformung, und ich beschloss, in den Widerstand zu gehen. Dafür musste ich aber erst einmal zurück in meine Dimension. Ich wollte Gnewkas und mein Leben retten.Doch das Schlimmste stand noch bevor. Die Gorkons sollten bald einen Weg finden, ihre Raumschiffe in die andere Welt zu fliegen. Sie wollten ihren Siegeszug nun auch durch die Dimensionen führen, mit allen Mitteln…

Auf dem Weihnachtsmarkt

Mein Schicksal war besiegelt, die Gorkons würden mich hinrichten. So beschloss ich, ein letztes Mal über den Weihnachtsmarkt zu schlendern, oder sollte ich sogar hier bleiben? Es war so schön, dass ich alles vergaß. Menschen gingen durch die Straßen. Es herrschte ein geschäftiges Treiben. Die Tauben pickten nach allem Essbaren, aber meistens waren die Spatzen schneller. Keiner hatte Zeit, nicht mal die Vögel. Kaum war’n sie da, war’n sie schon wieder weg. In meiner Welt wurde vor vier Jahren das letzte Mal “gewählt”, danach regierten die Gorkons mit eiserner Hand.
Die Regierungen kooperierten mit den Besuchern aus dem Weltraum. Doch hier war es anders.
Auf einmal, wie aus heiterem Himmel, kam ein Junge auf mich zu. “Hallo Dad, können wir nicht länger hier in Deutschland bleiben?” fragte mich ein Junge, der große Ähnlichkeit mit mir hatte.
Hatte ich in dieser Dimension einen Sohn? “Hallo Kurzer, du musst mich mit jemanden verwechseln.”, hätte ich lieber nicht sagen sollen. “Machst du Witze? Ich werde ja wohl noch meinen Vater erkennen!” brüllte der zehnjährige Junge. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es war das Kind, was zusammen mit meiner Frau im Dschungel verschollen war, nach dem Flugzeugabsturz.”Entschuldigung Kleiner, das war ein dummer Scherz von mir. “Wenn du willst, kaufe dir ein Eis.” Das Problem war nur, woher sollte ich wissen, wo ein Eis-Café ist? “Geh’ ruhig vor!”, meinte ich. “Also manchmal kommst du mir ganz schön komisch vor. Aber so bist du nun mal. Geil, dahinten gibt’s Kartoffelpuffer. Die lange Zeit im Dschungel schmeckten mir Eidechseneingeweide am besten. Aber das war mal…” sagte er lachend. Das hieß also er war im Dschungel aufgewachsen. Vielleicht lebte auch er in meiner Dimension dort und hatte von der Invasion gar nichts mitbekommen.

“Weißt du Paps, man kann bei uns nicht sagen, dass unser Leben langweilig wird: Korrupte Politiker, Außerirdische, alles Mögliche halt. Und fast jeder hält dich für verrückt, aber eben nur fast”, sagte mein Sohn frech. Doch ich kannte immer noch nicht seinen Namen. Dann kam ein junger Indio: “Hallo Greg, hi Hunter, hast du jetzt wieder Zeit?” “Ich hatte es vorhin eilig, viel zu tun.”, meinte ich. “Eigentlich wollten wir doch Eis essen, Greg.” “Puffer schmecken mir besser.” “Wenn du meinst. Mir schmecken Reibekuchen auch.”, sagte ich.

Zwei Väter

Hi, mein Name ist Greg. Fast mein ganzes Leben verbrachte ich im brasilianischen Regenwald. Als meine Mutter mit mir schwanger war, stürzten sie und mein Vater mit dem Flugzeug ab. Meine Mutter dachte er sei gestorben und Chris Hunter, mein Vater, hielt uns für tot. Erst als ich 10 war lernte ich meinen Vater kennen. Und nun waren wir beide in Rostock. Ich erzähle euch diesen Teil der Begebenheit. Heute hatte mein Vater nicht alle Tassen im Schrank. Er benahm sich komischer als sonst. Er tat so, als würde er mich nicht kennen. Irgend etwas Seltsames ging hier vor. Das würde ich noch herausfinden. “Hey Hunter, was hast du denn den ganzen Tag gemacht. Wolltest du dich nicht erholen?”, fragte ich ihn. “Na ja, du weist ja wie das ist. Wie war die Frage?” Hunter war nicht ausgelastet. “Heute ist wohl nicht dein Tag.”, sagte Chico, mein bester Freund, ein Indio. Da steckte mehr dahinter. “Hallo Leute, toller Tag.”, hörte ich ein weit entfernte Stimme rufen. Ich drehte mich um und konnte es nicht glauben: Da stand Hunter.
“Ich glaub’ mich tritt’n Pferd!”, das konnte nicht sein. “Da, da hinten!” – “Was meinst du?” – “Da ist Hunter!” – “Unsinn, der sitzt doch hier”, Chico glaubte es nicht. Doch dann stand der zweite Hunter vor uns.

Auf der Flucht

Gestatten, Chico mein Name, ich habe schon viel erlebt. Doch das heute, setzte allem die Krone auf. Ein Hunter ist schon genug, aber gleich zwei. Der eine war geflohen, deshalb wusste ich, dass er das Double war. Ich sagte zu Hunter: “Bleib’ du hier, wenn du mitkommst, könnten wir euch verwechseln. Ich laufe eine Abkürzung. Du Greg, läufst ihm direkt nach!” Damals wusste ich nicht, dass wir Hunter, aus der anderen Dimension, noch häufiger treffen würden. Ich rannte durch den “Hopfen Markt”, während Hunter neben dem “Rostocker Hof” entlang lief. Aber Greg war schneller zu Fuß als ich. Er holte Hunter ein, doch das konnte ich nur von weitem erkennen. Als ich bei ihnen war, redete Hunter wie ein Wasserfall.

“Das kannst du mir nicht erzählen, Joschka Fischer im Widerstand? Mich wundert aber wirklich inzwischen gar nichts mehr.”, sagte Greg “Worum geht’s?”, fragte ich. “Der hier kommt angeblich aus einer anderen Dimension. Dort haben die Gorkons die Menschheit versklavt.”, rief er mir zu. “Da gefallen mir die Gorta besser. Sie wollen nur die Menschheit ausrotten, weil wir dabei sind, die Natur zu vergiften und den Planeten zerstören.”, erwiderte ich. “Rede nicht so!”, Greg mochte meine sarkastische Art nicht. Eigentlich glaubten wir ihm beide nicht. Aber wie Greg schon meinte: Alles ist möglich, und wie konnte man es anders erklären. Aber er hätte uns fast ausgeliefert. Andererseits stand er ja unter Hypnose. Das sah man ihm sogar an. Zum Glück hatte er die Kurve gekriegt.”Und du willst jetzt tatsächlich in den Untergrund abtauchen und kämpfen?”, fragte Greg. “Es ist sehr gefährlich. Aber einer muss sich den Gorkons entgegenstellen. Viel zu wenig sind im Widerstand!”, erzählte Hunter besorgt.“Am besten wäre, wenn du das System von innen heraus bekämpfst. Du kannst für sie arbeiten und geheime Informationen raus schmuggeln.”, riet ich ihm. Hunter sagte: “Leider geht das nicht. Zu Hause droht mir die Hinrichtung, weil ich meinen Auftrag nicht erfüllt habe.” Greg fragte: “Gibt es mich in deiner Dimension auch?” – “Mein Sohn ist damals mit seiner Mutter mit dem Flugzeug abgestürzt. Ich weiß nicht, ob sie überlebt haben. Wenn ja, geht es ihnen besser als den meisten anderen.”, Antwortete Hunter. “Deine Dimension ist unserer sehr ähnlich.”, meinte ich. Greg konterte: “Das haben Dimensionen so an sich.” Ich stellte die Frage: “Wann musst du wieder zurück?” – “Oh mein Gott, es sind nur noch 5 Minuten, bis sich der Teleporter aktiviert.”, schrie Hunter…Seine Ausrüstung, die er mitgebracht hatte, stand in der Nähe der Rostocker Stadtmauer. Nur noch drei Minuten: Hunter rennt, die Uhr läuft. Dann sahen wir die Maschinen mit fremden Schriftzeichen und glaubten ihm die Sache. “Nun wird es wohl Zeit sich zu verabschieden”, hatte Hunter gesagt und schon gab es einen gewaltigen Blitz. Greg versuchte trotzdem noch ihm die Hand zu geben. Das war sein Fehler, denn eine ungeheure Kraft zog ihn in einen Strudel. “Nein Greg! Nein!”, rief Chico, doch es war schon zu spät.

Die Katastrophe

Nun kam ich, der Christoph, dazu. Es war etwas Furchtbares geschehen, mein Sohn war vor meinen Augen verschwunden. Ich hatte es aus einiger Entfernung gesehen. Keiner glaubte mir, obwohl ich mit meinem indianischen Freund Chico alles mit angesehen hatte.
Er war jedoch nicht so durchgeknallt wie ich. Ja, ich weiß, es hört sich komisch an, wenn ich so was sage, aber wenn jemand durch die Straßen rennt, und brüllt: „Die Aliens werden kommen!“, dann verstehe ich schon, warum man ihn einweist. Doch sie wollen uns ja wirklich erobern und mein Sohn war weg. Chico wusste das auch, aber er war auf dem Boden der Tatsachen geblieben und vertraute darauf, dass Greg bald wieder zurückkommen würde. Ein Krankenwagen fuhr mich damals, am 1. Dezember 2007 in die Gehlsdorfer Nervenklinik. Ich war ja wirklich ganz schön schräg drauf. Ich hätte es mir wohl selbst nicht geglaubt. Doch ich sollte einen neuen Freund kennen lernen, Marco, ein netter, trotzdem seltsamer Typ. Die Fahrt war lang, überhaupt schien die Zeit fast nicht zu vergehen. Das ich in eine Nervenklinik kommen sollte, wusste ich noch nicht. Zuerst stand das Arztgespräch an.

Das Arztgespräch

Als ich in der Klinik ankam begrüßte mich ein Arzt, mit Namen Theodor Lyck, ein junger, normal gebauter Doc mit blondem Seitenscheitel. „Warum Sind Sie Ihrer Meinung nach hier? Herr Hunter ist ihr Name, nicht?“ – „Ja, Herr Lyck…“, wütend meinte er: „Das heißt Herr Dr. Lyck! Jetzt weiter“ – „Mein Freund Chico macht auch bald sein Diplom in Sprachwissenschaften…“, fing ich an und wurde wieder unterbrochen. „Richtig, er hat uns erzählt, dass Sie in Rostock waren, um ihm und Ihrem Sohn Ihre Heimatstadt zu zeigen. Er meint, Sie sind ein ganz besonderer Mensch, so wie ihr Sohn. 1997 sind Sie und Ihre Frau mit einer Passagiermaschine über dem brasilianischen Regenwald abgestürzt. Ihre Frau bekam ihren Sohn im Dschungel.
Erst als er neun Jahre alt war, lernten Sie sich kennen, da Sie bei dem Flugzeugabsturz getrennt wurden. Dass war sicher eine enorme Belastung. Sie sollen drei Jahre lang allein im Regenwald verbracht haben. Hatten Sie damals schon Halluzinationen?“Ich meinte: „Ich bin doch nicht verrückt, Herr Lyck.“ – „Das sage ich auch gar nicht. Und es heißt…“ – „Ja, ich weiß, Herr Doktor. Haben Sie schon mal von den Illuminaten gehört? Oder sind Sie auch ein Teil der Verschwörung?“ –  Er sagte mit einem Stirnrunzeln: “Das wohl eher nicht. Meines Wissens nach sind die Geschichten, die sich um die Illuminaten ranken eher fiktiv. Sie sind auch nicht der einzige, der sich in diesen Verschwörungstheorien verlor. Sie kennen doch sicher Karl Koch. Sein Leben wurde sogar verfilmt. Wie hieß der Film doch gleich?“ – „23 – Nichts ist wie es scheint“, das wusste ich natürlich: – „Aber da kam nichts von Außerirdischen vor.“, meinte der Lyck „Es gibt sie aber! Ich habe sie selbst gesehen!“ – „Sollten wir nicht über Ihren Sohn reden?“ – „Das meine ich doch, mein Sohn und dieser andere Hunter sind in einer Dimension, in der die außerirdischen Gorkons schon die Menschheit versklavt haben.”

Plötzlich wurde der Doktor von einer Schwester gerufen. Er sagte mir, ich solle erst mal in mein Zimmer gehen. Ich sah auf dem Weg eine andere, allerdings ziemlich grimmig aussehende Schwester, mir war’s egal. Ich wollte von ihr wissen, wo mein Sohn ist. Sie sagte: „Nerven Sie nicht, gehen Sie auf ihr Zimmer! Ihr Zimmernachbar heißt Herr Freese.“
Die Frau hätte ruhig ein bisschen netter sein können und hübsch war sie auch nicht. Bei vielen anderen Schwestern war das anders in beiderlei Beziehung.

Der neue Zimmernachbar

Dann traf ich auf meinen Zimmernachbarn. Er sah überglücklich aus. Ich stellte mich vor. Total freundlich und überschwänglich sagte er: „Fröhliche Weihnachten, ich bin der Marco!“ – „Ich kann mich an Weihnachten gar nicht erfreuen, Marco. Mein Sohn ist weg und ich bin hier!“ – „Was? Wie? Erzähl!“ Und ich erzählte ihm meine Geschichte. Zwischendurch unterbrach er mich,. Er erzählte, dass ihm sein großer Bruder Timo seltsame Briefe hinterlassen hatte nachdem er von zu Hause weggelaufen war, in denen er über Entführungen durch Außerirdische berichtete, die sich Gorta nannten, graue kindsgroße Wesen, mit großen schwarzen Augen. Er hatte in einer fremden Sprache Zeichen auf Papier gekritzelt bevor er verschwunden war. Das letzte Mal wurde er 1997 in Berlin gesehen. Ich konnte es nicht glauben, in den Medien fiel nie dass Wort „Gorta“. Wie konnte er davon wissen? Er meinte zu mir: „Hunter, du erzähltest doch auch von dieser anderen Dimension.
In meiner psychotischen Phase, so nannten es jedenfalls die Ärzte, war ich auch in einer Parallelwelt. Und heute ist mir ein Engel erschienen.“
Vor einem Jahr noch hätte ich das alles nicht geglaubt. Jetzt ist es anders. Und selbst wenn er es sich eingebildet hatte, für ihn war’s real. Nach fast einem Monat im Krankenhaus habe ich nun erkannt, dass diese Menschen mit seelischen Handicaps hoch sensibel und kreativ sind. Und ich habe einen neuen Freund gewonnen, Marco.
Ich erholte mich schnell, bekam aber auch Medikamente. Ich glaube sogar, dass das gar nicht schlecht war, auch wenn ich sie öfter mal absichtlich vergaß.

Das Wiedersehen mit Greg

Am 24. Dezember geschah es: Mein Sohn kam zurück. Ich lag morgens noch im Bett, war ja auch erst 6:00 Uhr. Eine Schwesternstimme sagte sanft: „Hallo Herr Hunter, aufwachen! Ich weiß, es ist noch früh und auch keine Besuchszeit. Über diesen Besuch freuen Sie sich aber bestimmt. Also raus aus den Federn!“, ich war richtig müde. „Wer kann das denn jetzt schon sein, Schwester?“ – „Das wird noch nicht verraten!“ Ich war so aufgeregt und fragte: „Ist es…“ – „Hallo Paps! Du hast mich sicher schon vermisst.“, lachte Greg. „Das kann doch nicht wahr sein, am heiligen Abend stehst du vor mir. Das ist das beste Geschenk, das ich je hatte! Ich schloss ihn in die Arme. Es war so wunderschön und das Beste war: Es fing auch noch zu schneien an. Dies war das schönste Weihnachtsfest, das ich jemals gefeiert hatte. Und Greg erzählte mir was er alles erlebt hatte, zum Glück meinten die Ärzte, er hätte viel Fantasie, sonst hätte er womöglich auch noch hier bleiben müssen. Er erzählte mir sogar, das er durch die Zeit gereist war, aber das ist eine andere Geschichte…

Fortsetzung folgt…

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Konzept zur Hörspiel- und Trickserie der Mad Artists

IRRE ÜBERSINNLICH!
Zeichentrick- und Hörspielserie zum Thema seelische Probleme mit Fantasy- und Science-Fiction-Elementen

WICHTIGE DATEN ZUR SERIE:

Die Serie ist für Kinder ab 12 Jahren, aber auch Jugendliche und interessierte Erwachsene gedacht. Es wird 15-minütige Folgen inkl. am Anfang einen Vorspann und eine 1-minütige Rückschau und am Ende eine 1-minütigen Vorschau und einen Abspann geben. Erscheinungsweise: monatlich.

Es wird 3 Erzählebenen in der Serie geben:

  • Die Geschichte spielt in der realen Welt, in den Jahren 1997 bis in die Gegenwart. Die Lebensgeschichte, dient als Grundgerüst, in der erzählt wird, wie Marco, sein Bruder Timo und seine Familie mit dem seelischem Handicap beider Brüder zurecht kommen, wie sich Marco und Timo entwickeln und ihre Probleme bearbeiten, überwinden und schlussendlich dadurch stärker werden.
  • Die Science-Fiction-Ebene, die zuerst als Einbildung von Marco und Timo gedeutet werden kann, bei der sich aber im Laufe der Seriengeschichte herausstellt, dass doch mehr wahres dran ist als „Normalos“ glauben wollen.
    Außerdem wird zudem insbesondere auf die Abductee-Thematik eingegangen Dazu gehört auch das Entführungserleben der Hauptfiguren, was ebenfalls als Traumerleben gesehen werden kann sowie diverse UFO-Sichtungen. Außerdem werden reale Erfahrungsberichte in die Story miteinbezogen. Marco reist ab dem Jahr 2000 durch Deutschland und interviewt Contactees. Ab der Folge 2 wird es in unregelmäßigen Abständen diese Erlebnisberichte geben.
  • Die Fantasy-Ebene, die vorerst in Marcos Träumen hervortritt, ist als Anlehnung an die Unendliche Geschichte von Michael Ende zu verstehen. Marco erlebt im Reich der Fantasie, Abenteuer, welche oft in Einzelepisoden erzählt werden. Im Marcos Erwachsenenalter verschmilzt die reale und diese fiktive Welt in seinen akuten psychotischen Phasen.

 

ZIELE DER SERIE:

ANTISTIGMA-ARBEIT:

Menschen mit seelischen Problemen werden in der Gesellschaft oft ausgegrenzt, obwohl das Thema seelische Gesundheit in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit stark an Bedeutung gewann. In den Mainstream-Medien werden, wenn auch teilweise ungewollt, diese Menschen oft negativ dargestellt, gerade in der Berichterstattung, seien es Printmedien, Internet oder Fernsehen.

Auch Menschen ohne seelische Erkrankungen, die glauben von Außerirdischen entführt worden zu sein, werden in unserer Gesellschaft belächelt, oder schlimmer noch ausgelacht! Deshalb werden diese Menschen mit einbezogen und es wird die Möglichkeit erwogen, dass es sich um reale Erlebnisse handelt.

Es gehört zum Ausdrucksmittel des Films, die handelnden Figuren in Stereotypen darzustellen. Das birgt die Gefahr, dass seelisch gehandicapte Menschen zu einseitig und oftmals falsch dargestellt werden. Dies verstärkt die negative Haltung der Gesellschaft. Menschen, die zum Beispiel eine Psychose haben, werden als „unberechenbare Monster“ dargestellt. Das möchte der Produzent Christian Kaiser, der selbst Betroffener von seelischen Problemen ist, in ein besseres Licht rücken.

DARSTELLUNG ALS INSTRUMENT:

Es ist dem Produzent äußerst wichtig, dass neben allem Humor und der Spannung, eine realistische und sensible Herangehensweise an das Thema psychische Erkrankung gewährleistet wird. So rückt diese Serie von der stereotypen Darstellungsform ab, wenn auch nicht vollkommen. Es kann nämlich durchaus spannender sein, die stereotype Darstellungsweise zu verlassen.

UNTERHALTUNG:

Die Serie wird einen ganz eigenen Humor haben. Ein großer Teil der Lebensgeschichte der Protagonisten, wird eine humorvolle Annäherung an das Thema Psychiatrie sein. So spielen einige Folgen in der psychiatrischen Klinik und deren Alltag wird auf witzige Weise gezeigt. Die Spannungskurven werden besonders in die Sci-Fi- und Fantasy-Ebenen eingearbeitet. Zusätzlich zu der Trickserie wird es verschiedene Hörspielserien geben, die in ihrer Handlung miteinander verknüpft sein werden.

HERANGEHENSWEISE:

Als Storyboard dienen die schon fertigen Comics aus seinem selbst verlegten Magazin FACTS & STORIES ( www.facts-and-stories.de ). Allerdings gibt es auch Drehbücher, in denen einige erweiterte Szenen schriftlich dargelegt werden.Der Großteil der Animationen wird mit Anime Studio 8 Pro bzw. 10 Pro erstellt, CrazyTalk Animator 2 Pipeline, iclone 5 Pro als Hintergrund werden die im Cartoon-Modus gefilterten 3D- und Realfilme, jedoch natürlich auch im selben Stil gezeichnete Hintergründe verwendet.

Wir freuen uns auf euch!

Eure Mad Artists

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