Filmvorstellung: „4 Könige“ von 2015

Man merkt, dass das Thema Menschen mit psychischen Problemen immer mehr an Bedeutung gewinnt und dass es immer mehr Filme zu diesem Thema gibt. Doch das neue daran ist, dass viele dieser neuen Filme aufklären und Mut machen und nicht mehr nur der bloßen Unterhaltung dienen.

Ich möchte euch einen Film vorstellen, der zu Weihnachten spielt, aber zu jeder Zeit gesehen werden kann, nicht nur zu Weihnachten. Es geht um die Jugendpsychiatrie und 4 Jugendliche, die Weihnachten dort verbringen müssen.

Weihnachten – das Fest der Liebe und die Zeit der Harmonie und Geborgenheit. Weil bei ihnen zu Hause die Familienkonflikte kurz vor Weihnachten eskalieren, verbringen vier sehr unterschiedliche Jugendliche dieses Jahr Heiligabend in der Psychiatrie. Zu ihrem Glück steht ihnen der unkonventionelle Arzt Dr. Wolff zur Seite, der in allen Vier ihre Stärken sieht und ihnen mehr zutraut als sie sich selbst. Gemeinsam erleben sie ein Weihnachten, das sie nie vergessen werden – voller Trotz und Traurigkeit, aber auch voller Ironie und Überraschungen.

4 KÖNIGE lebt vom lebendigen Spiel seiner jungen Hauptdarsteller: Jella Haase (KRIEGERIN, FACK JU GÖTHE 1 & 2), Jannis Niewöhner (RUBINROT, OSTWIND), Paula Beer (POLL, DAS FINSTERE TAL) und Moritz Leu (DER NACHTMAHR). Theresa Von Eltz versammelt hier die besten Schauspieler ihrer Generation und ergänzt sie mit Clemens Schick (JAMES BOND – CASINO ROYALE, DAS FINSTERE TAL) und Anneke Kim Sarnau (HONIG IM KOPF) zu einem erstklassigen Ensemble. Einfühlsam erzählt sie nach einem Drehbuch von Esther Bernstorff die Geschichte von vier Heranwachsenden, die ihren Platz in der Welt erst noch finden müssen. Charmant und ironisch ist 4 KÖNIGE der etwas andere Weihnachtsfilm.

4 KÖNIGE ist eine Produktion von C-Films (Deutschland) in Koproduktion mit Tatami Films, ZDF – Das kleine Fernsehspiel und ARTE. Der Film wurde gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Nordmedia Film- und Mediengesellschaft, der Filmförderungsanstalt sowie dem Deutschen Filmförderfonds.

Quelle: www.4koenige-derfilm.de

 

Der Film von 2015 stellt vielleicht nicht alles 100 %ig richtig da, aber ironischerweise funtioniert er gerade dadurch so gut.

Erzieher beurteilen den Film aus pädagogischer Sicht: „Der Film zeichnet ein unrealistisches Bild einer Psychiatrie, da grundlegende und verbindliche Regeln missachtet werden. So wird die Aufsichtspflicht stark vernachlässigt, da die Patienten frei entscheiden, wo sie sich aufhalten. Betont wird zudem oft, sie seien in der Psychiatrie freiwillig, obwohl es sich um eine geschlossene Anstalt handelt. Außerdem werden viele offensichtliche Sicherheitsvorkehrungen nicht beachtet. Zum Beispiel gibt es kein Sicherheitsglas und keine Gitter im Fenster, aus dem Fedja sich stützt. Die Jugendlichen haben Zugang zu spitzen Gegenständen wie etwa dem Kleiderständer, mit dem Timo die Pflegerin angreift; auch Alkohol und Zigaretten sind anders als in einer realen Psychiatrie relativ frei zugänglich. Das Verhalten des Personals ist an einigen Stellen unprofessionell, wodurch Patienten mit ihrer sensiblen Problematik sogar noch provoziert werden. Ebenfalls überrascht, dass es mehr Personal als Patienten gibt und trotzdem werden die Jugendlichen paarweise untergebracht, obwohl die Diagnosen der Jugendlichen eine Wohnsituation auf engem Raum ungeeignet erscheinen lassen“. Ganz gleich der Bemühungen der Patienten steht das System trotzdem am längeren Hebel und arbeitet gegen ihre Bedürfnisse. (…)

Quelle: www.wikipedia.org

Der Film holt auch Heranwachsende und Erwachsene ab, die nie in einer Psychiatrie waren! Er schafft es mit Humor, Spannung und Dramatik ein Stück zur Entstigmatisierung beizutragen! Die Darsteller*innen überzeugen mit ihrem schauspielerischen Talent und ihrer Authentizität. Prädikat: Wertvoll!

FACTS:
Was ist Stigmatisierung?

Die Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen mit seelischen Problemen nennt man auch Stigmatisierung. Sie erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen: Im Rahmen zwischenmenschlicher Beziehungen, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, durch die Politik oder allein durch eine diskriminierende Darstellung in den Medien von Menschen mit seelischen Erkrankungen.

Die Ausgrenzung findet dabei nicht immer in offener Ablehnung und Benachteiligung statt, sondern auch verdeckt und schleichend. Betroffen sind dabei nicht nur die Menschen mit seelischen Problemen selbst, sondern häufig auch ihre Angehörigen. Sie erfahren ebenfalls Ablehnung oder müssen die Ausgrenzung der ihnen nahestehenden Menschen miterleben. Stigmatisierung kommt durch die Angst vor dem, was anders ist. In den Medien wird Stigma häufig, wenn wohl auch teilweise ungewollt noch verstärkt.

Eine sehr verbreitete Erklärung für die Ursache von Stigmatisierung ist fehlendes und falsches Wissen und das Vorherrschen von Vorurteilen.

Häufige Erkrankungen wie etwa Depressionen werden von der Gesellschaft immer besser akzeptiert. Seltene psychische Störungen, wie Angstzustände oder Psychosen, rufen immer noch Vorurteile hervor, die sich in unserer Sprache zeigen. Menschen werden dann als „verrückt“ bezeichnet. Es ist wichtig, dass sich jeder seine eigene Meinung bildet, und nicht alles ungefiltert aufsaugt.

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