Übers Kiffen…

Es war der Sommer 1998 und ich war gerade 16 Jahre alt geworden. Meine damalige erste große Liebe hatte mich erobert und ich war voll des Glücks. In diesem zarten Alter hatte ich alles erreicht, was ich mir ersehnt und gewünscht hatte und alles lag noch vor mir.

Obwohl mir die Zeit mit Chris wichtiger war als die Schule und meine Leistungen darunter litten, sah ich noch keine Probleme auf mich zukommen. Vielleicht verdrängte ich diese auch. Das Glück war groß und reichte allemal aus um kleinere Sorgen zu vergessen. Der Himmel war strahlend blau und wolkenlos für uns. Er zeigte mir Rockmusik aus den 60ern und 80ern, brachte mir erste Akkorde auf der E-Gitarre bei, wir hatten viel Spaß.
Eines Tages bot er mir einen Joint an. Irgendwie war ich skeptisch, hatte ich doch von den negativen Auswirkungen und schrecklichen Geschichten gehört. Ich wusste schon, dass es gefährlich ist so etwas anzufangen. Seine Schwärmereien darüber und Beteuerungen es täte gut, räumten meine Zweifel aus und ich probierte es.
Ich zog 3 mal an der Tüte und plötzlich spürte ich die Wirkung.
Alles veränderte sich. Mir wurde komisch und in meinem Kopf entstand ein großes Durcheinander. Er redete auf mich ein, doch nach 2 Stunden ging es mir immer noch nicht besser. Ich war in ein tiefes Loch gefallen. Endlich bekam ich Limo zu trinken, weil der darin enthaltene Zucker den Wirkstoff THC neutralisieren sollte. Langsam klang der Horrortrip ab und ich beruhigte mich, fand wieder zu mir.
Trotz der schlimmen Erfahrungen kiffte ich weiter. Ich konnte nicht einsehen, dass es mir nicht gut tat.
Irgendwie glaubte ich durch das Kiffen etwas zu finden, oder auf etwas zu kommen. Was es genau war, was ich suchte… das weiß ich nicht. Irgendwas muss es geben, glaubte ich. Ich konnte nicht aufhören und brachte das schlechte Gefühl nicht mit dem Kiffen in Verbindung.
Nach 2 Jahren trennten Chris und ich uns und ich hörte auf. Wieder 2 Jahre später wachte ich eines morgens auf und alles war anders.
Meine Wahrnehmung, alles fühlte sich seltsam fremd an.
Dies war der Moment des Beginns meiner Psychose. Doch das ist eine andere Geschichte.

Dies ist ein Erfahrungsbericht über Canabisrauchen und soll aufklären. Im Jahr 2006 hatte ich vom Kiffen eine Psychose. Ich versuche meine negativen Erfahrungen dadurch nicht zu bereuen, sondern das beste aus meinem Leben zu machen.

Zeichnungen und Text: Claudia

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